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Umfrage: Die junge Generation hat ein „hybrides“ Umweltbewusstsein

22.05.2017

Umweltbewusstseinsstudie 2016 veröffentlicht

Die natürliche Umwelt genießt unter den Bürgern in Deutschland einen hohen Stellenwert, gleichzeitig beurteilt die Mehrheit ihr eigenes Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz jedoch kritisch. Gerade für das „junge Milieu“ hat die Umweltbewusstseinsstudie 2016 einige Empfehlungen zusammengestellt, um das Engagement in dieser Gruppe zu erhöhen.

Rund 4000 Personen hat das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamts 2016 befragt. Die als „junges Milieu“ bezeichneten Gruppe der 14- bis 30-Jährigen zeigte sich laut Studienbericht an Umweltwissen und Umwelt-Bildung „durchaus interessiert; wobei aus ihrer eigenen Sicht diesbezüglich – gerade an allgemeinbildenden Schulen – mehr getan werden könnte und sollte, als dies derzeit der Fall ist“. Vor diesem Hintergrund verweist die Studie auf die naturwissenschaftlichen und gesellschaftsbezogenen Unterrichtsfächer, die Anknüpfungspunkte für Themen rund um Klima- und Umweltschutz böten, „die aktuell, interessant aufbereitet, lösungsorientiert und kompetenzvermittelnd genutzt werden können“.

Besondere Ansprache des jungen Milieus erforderlich

Insgesamt handele es sich bei der Altersgruppe der 14- bis 30-Jährigen um „Digital Natives“, die es gewohnt seien, Informationen jederzeit abrufen zu können. Gleichzeitig sei die Welt für sie von existenzieller Unsicherheit und von nicht vorhersehbaren, krisenhaften Entwicklungen geprägt. In der Ergebnispräsentation heißt es: „Bei ihnen zeigt sich das neue ‚hybride‘ Umweltbewusstsein am deutlichsten: Einerseits ist sich diese Generation in besonderem Maße darüber bewusst, dass sie selbst von globalen Umweltveränderungen betroffen sein wird. Andererseits spielen für sie gerade auch Fragen der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung und der Wohlstandssicherung eine herausragende Rolle.“

Die Studie weist darauf hin, dass das"junge Milieu eine besondere Affinität zu anlassbezogenen und eher niedrigschwelligen zivilgesellschaftlichen Initiativen" aufweist, wie beispielsweise Kampagnen im Internet. Eine Bereitschaft zum Engagement sei insbesondere dann zu erwarten, wenn die jungen Leute das Gefühl hätten, mit Gleichgesinnten im eigenen Umfeld etwas bewirken zu können. Die Autoren der Studie geben daher den Rat, die sozialen Netzwerke für die Kommunikation über Umweltthemen zu nutzen: „Internet-basierte Kommunikation mit jungen Milieus ist einerseits extrem wichtig, bedarf aber andererseits spezifischer Pflege (Begründung und Untermauerung von Glaubwürdigkeit, interaktive und partizipative Ansprache, Offenheit und Lernbereitschaft in Diskursen).“

Die Mehrheit der deutschen Bürger will die Umwelt lebenswert erhalten

Der Umfrage zufolge verfügen die befragten Personen insgesamt über ein eindeutiges Umweltbewusstsein: 99 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass eine intakte natürliche Umwelt für ein gutes Leben unbedingt dazugehört. 74 Prozent vertraten diese Meinung voll und ganz, weitere 25 Prozent tendenziell. Die Umwelt für nachfolgende Generationen lebenswert zu erhalten, betrachten fast alle Befragten (97 %) als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für die jeder Einzelne in seinem eigenen Umfeld die Verantwortung trägt. Allerdings glauben nur etwas mehr als ein Drittel, dass die Bürger sich "genug" (6 %) oder "eher genug" (30 %) für den Umwelt- und Klimaschutz engagieren. Die Teilnehmer der Umfrage sind in ihrer Zusammensetzung laut Studie repräsentativ für die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren.