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Was tun gegen die große Lebensmittelverschwendung?

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06.10.2014

Tipps für den Unterricht

Jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen, werfen wir weg – obwohl es eigentlich noch genießbar wäre. Geschätzte 20 Millionen Tonnen Nahrungsmittel werden so alleine in Deutschland jedes Jahr vergeudet. Wie das kommt und was jeder Einzelne gegen die große Lebensmittelverschwendung tun kann, ist Thema vieler Unterrichtsmaterialien. Besonders gelungene finden sich im Materialkompass des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv.  

Lebensmittel sind kostbar!

Wie Lebensmittelabfälle zustande kommen und wie sie sich vermeiden lassen, können Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 8 mit dem Unterrichtsmaterial „Lebensmittel sind kostbar!“ lernen. Das 2013 vom österreichischen Lebensministerium herausgegebene Material leitet die Jugendlichen dazu an, das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in ihrem eigenen Umfeld zu erforschen und Strategien dagegen zu entwickeln. Sie erfahren etwas über die Herkunft aus-gewählter Nahrungsmittel und verschaffen sich einen Überblick über deren optimale Lagerung und Konservierung. Die fünf Unterrichtsentwürfe des mit der Gesamtnote „sehr gut“ bewerteten Materials eignen sich unter anderem für den natur- und sozialwissenschaftlichen Unterricht. Übersichtliche Ablaufpläne dokumentieren Inhalt und Dauer der vorgeschlagenen Unterrichtsphasen und knüpfen Verbindungen zu den (österreichischen) Lehrplänen.

Nahrungsmittelproduktion und -verschwendung 

An Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 13 wendet sich der Titel „Nahrungsmittelproduktion und -verschwendung“ des Hamburger entwicklungspolitischen Vereins AgrarKoordination. Das mit „gut“ bewerte Material bietet Hintergrundinformationen, Aktions- und Arbeitsvorschläge zur Linderung der Lebensmittelverschwendung und erläutert unter anderem, wie sich die Wegwerfmentalität in reichen Ländern auf den Hunger in den armen Ländern auswirkt. Außerdem gehen die Autoren den Ursachen der Verschwendung in Supermärkten und beim Verbraucher auf den Grund und der Frage, warum Lebensmittel in Deutschland so billig sind. Neben dem Infoteil liegt ein Schwerpunkt auf Aktionsideen: Die Jugendlichen werden zum Beispiel aufgerufen, die Lebensmittelabfälle in der eigenen Schulmensa zu reduzieren, selbst eine Woche lang die eigenen Speiseabfälle zu protokollieren oder sich mit dem Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Nahrungsmittelverschwendung zu befassen. 

Ernährung nachhaltig gestalten: Was ist uns unser Essen wert?

Mit der Frage „Was ist uns unser Essen wert“ können sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 10 im Zuge dieses Projektvorschlags der Ernährungsberatung Rheinland-Pfalz beschäftigen. Die 2012 erschienenen Unterrichtsmaterialien zur Gestaltung von Projekttagen für die Sekundarstufe 1 geben Jugendlichen ein Gefühl für das Ausmaß der Lebensmittelverschwendung in Deutschland und klären sie über deren Ursachen und Folgen auf. Ziel des Unterrichtsvorschlags ist ein nachhaltigerer Umgang mit Lebensmitteln. Die einzelnen Projektbausteine widmen sich deswegen nicht nur der Lebensmittelverschwendung, sondern ebenso den Möglichkeiten der Speiseresteverwertung, der Kalkulation von angemessenen Lebensmittelmengen etwa für ein Fest oder mit der richtigen Lagerung von Speisen. Das mit der Gesamtnote „gut“ bewertete Material umfasst rund 270 Seiten und orientiert sich an der Richtlinie Verbraucherbildung an allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz.