Title

Unterrichtseinheit "Finanzielle Allgemeinbildung"

Unterrichstsmaterial von Handelsblatt macht Schule

Das Material umfasst die fünf Themenkomplexe: Grundlagen, Umgang mit Lebensrisiken, Vermögensaufbau und Altersvorsorge, Umgang mit Krediten und Darlehen und Praxiskontakte Finanzielle Allgemeinbildung. Bei den "Praxiskontakten" findet ein Unterrichtsbesuch durch Finanzdienstleister statt. Alleiniger Praxiskontaktpartner ist dabei die DVAG (Deutsche Vermögensberatung). Das Material enthält außerdem eine curriculare Einordnung in den Bundesländern, Lehrerhandreichung, didaktische Struktur der Unterrichtseinheit, unterrichtliche Realisierungsmöglichkeiten, Literaturhinweise, Verknüpfungen mit wigy-Angeboten und Materialien.

Insbesondere dort, wo hohe Provisionen oder Ausgabeaufschläge fällig werden (Versicherungen, Bausparen, Investmentfonds) sind die Informationen oberflächlich und einseitig. Den Schülern werden die notwendigen Kriterien für die eigenständige Bewertung von Finanzprodukten nicht gegeben. Und das, obwohl eine der genannten Kompetenzen, die mit diesem Material ausdrücklich erworben werden sollen, eben die Bewertung ist (S. 17).

Im letzten Komplex ist dann der Besuch eines sogenannten Praxiskontaktpartners vorgesehen. Alleiniger Praxiskontaktpartner ist die DVAG, Deutsche Vermögensberatung. Eine Selbstdarstellung der DVAG findet sich bereits in den letzten 3 Arbeitsblättern. Dort heißt es unter anderem: "Deutsche Vermögensberatung -Vermögensaufbau für jeden". Dies lässt vermuten, dass die hinter dem Material stehenden Interessen zum einen der Verkauf von Finanzdienstleistungs-Produkten, zum anderen die Anwerbung von zukünftigen Vermögensberatern sind.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Mangelhaft
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Ausreichend
Ausführliche Bewertung
Insbesondere dort, wo hohe Provisionen oder Ausgabeaufschläge fällig werden (Versicherungen, Bausparverträge, Investmentfonds) sind die Informationen oberflächlich und einseitig. Den Schülern werden die notwendigen Kriterien für die eigenständige Bewertung von Finanzprodukten nicht gegeben. Und das obwohl eine der genannten Kompetenzen, die mit diesem Material ausdrücklich erworben werden sollen, eben die Bewertung ist (S. 17).Im letzten Komplex ist dann der Besuch eines sogenannten Praxiskontaktpartners vorgesehen. Alleiniger Praxiskontaktpartner ist die DVAG, Deutsche Vermögensberatung. Eine Selbstdarstellung der DVAG findet sich bereits in den letzten 3 Arbeitsblättern. Dort heißt es unter anderem: "Deutsche Vermögensberatung -Vermögensaufbau für jeden". Dies lässt vermuten, dass die hinter dem Material stehenden Interessen zum einen der Verkauf von FDL-Produkten zum anderen die Anwerbung von zukünftigen Vermögensberatern sind. Fachinformationen sind zum Teil sehr oberflächlich. Hierzu ein paar Beispiele: Die Lernenden werden darüber informiert, dass Versicherungsnehmer Rechte und Pflichten haben. Eine Vertiefung, etwa an einem Beispiel, findet jedoch nicht statt. Zudem fehlt es an Hinweisen für Lehrkräfte für die Lösung einzelner Aufgaben. So wird im Bereich Versicherungen nicht erläutert, worauf beim Abschluss von Policen geachtet werden muss (günstige Versicherungsbedingungen, Leistungsumfang, Kosten...). Der Bausparvertrag wird oberflächlich, kritiklos und einseitig dargestellt. Es heißt in einem Arbeitsblatt (M29) "Die Bausparer haben einen Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen." Nicht erwähnt wird, dass der Ansparzins häufig auch relativ gering ist und, dass die Frage ob ein Darlehenszins günstig ist, erst zum Zeitpunkt der Aufnahme des Darlehens unter Berücksichtigung des dann gültigen Zinssatzes beantwortet werden kann. Auch weitere wichtige Bedingungen für die Darlehensvergabe, wie Mindestansparsumme und Vertragslaufzeit bleiben unerwähnt. Ein weiteres Beispiel sind die Informationen für Schüler zu Investmentfonds. Dazu heißt es auf Arbeitsblatt M 31 "... . Anleger genießen hierdurch den besonderen Vorteil, ihren vergleichsweise geringen Geldbetrag breit über die verschiedenen Finanzmärkte streuen zu können und so die Risiken, die gewöhnlich mit dem Kauf einzelner Wertpapiere einhergehen, auf ein Minimum zu reduzieren." Auf unterschiedliche Risiken je nach Ausrichtung des Fonds wird nicht hingewiesen. In der sehr klein gedruckten Übersicht in der Lehrerhandreichung heißt es zur Sicherheit von Investmentfonds lediglich: "abhängig von den Wertpapiermärkten; strenge Aufsicht durch das Bundesamt für Kreditwesen". Auch hier wird also Sicherheit suggeriert. Kapitalbildende Lebensversicherungen (M 32) werden ebenfalls nicht vollständig dargestellt. So wird nicht hinreichend deutlich gemacht, dass der Abschluss eines solchen Vertrages mit einer langfristigen Bindung einhergeht. Es wird nicht in Frage gestellt, ob es gerade für junge Menschen, deren Lebensplanung noch nicht abgeschlossen ist, sinnvoll ist, einen solchen Vertrag abzuschließen. Die finanziellen Konsequenzen (Verluste) bei vorzeitiger Vertragsbeendigung, etwa weil die Beiträge anderweitig gebraucht werden (Finanzierung einer Immobilie, Wegfall von Einkommen z.B. in der Erziehungszeit...), werden nicht angesprochen. Die Materialien sind modular aufgebaut. Eigene Lernwege und Anpassungen werden nicht unterstützt. In den Informationen zu den Materialien heißt es: "Ein allein materialien-gesteuerter Unterricht ist von den Autoren nicht beabsichtigt; vielmehr soll der "Materialien-pool" flexibel aufgaben- und zielbezogen gehandhabt werden und nicht zuletzt den Einsatz komplexer, aktiver Lehr- und Lernverfahren des Ökonomieunterrichts unterstützen.
Erscheinungsjahr
2011
Autor/in
Michael Koch, Stephan Friebel, Martina Raker
Reihe
Preis
0.00 €
ISBN
Materialformat
Schlagworte