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Kritischer Konsum? Für die meisten Jugendlichen kein echtes Thema

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Buchcover "Wie ticken Jugendliche"

04.05.2016

SINUS-Jugendstudie 2016 erschienen

Die meisten 14- bis 17-Jährigen möchten heute vor allem eines sein: so wie alle anderen. Das ist ein Ergebnis der Ende April veröffentlichten Sinus-Jugendstudie, die auch Interessantes zur Verbraucherbildung herausgefunden hat. Kritischer Konsum ist demnach ist für viele Heranwachsende kaum ein Thema.

Eine konkrete Bedeutung oder gar Handlungsweisen verbinden der Studie zufolge nur wenige Jugendliche mit dem Begriff „kritischer Konsum“. Die Debatten um billige Produkte und menschenunwürdige Produktionsbedingungen seien ihnen zwar durchaus bekannt und faire Arbeitsbedingungen für alle Menschen ständen auch auf der Wunschliste der befragten Jugendlichen. Nur, so die Forscher, Konsumverzicht sei für die meisten von ihnen kaum ein Thema. 

Nur vereinzelt erwähnten die interviewten 14- bis 17 -Jährigen, dass kritisch zu konsumieren bedeuten könne, Konsummuster zu hinterfragen oder  Maßlosigkeit zu vermeiden. Durch ihre begrenzten finanziellen Mittel erleben sie sich selbst zudem als eingeschränkt in ihren Möglichkeiten zum kritischen Konsum, auch verlässliche Informationen darüber zu erlangen fällt ihnen schwer. Einen möglichen Grund benennt die Studie: „Kritischer Konsum“, heißt es darin, „spielt weder im Schulunterricht noch in Familie oder Freundeskreis eine zentrale Rolle“.

Interessante Entwicklungen haben die Forscher auch beim Thema Digitalisierung gefunden. Aus Sicht der Jugendlichen ist der Höhepunkt der digitalen Durchdringung des eigenen Alltags bereits erreicht. Die bedingungslose Faszination dafür sei geschwunden, die Risiken des Internet wie Überwachung oder Datenmissbrauch bekannt. Nach Ansicht der Befragten sollte Schule darauf reagieren – und im Unterricht weniger auf etwaige Gefahren blicken, sondern mehr Hilfestellungen zum sicheren und freien Umgang mit dem Netz bieten. 

Für die Studie „Wie ticken Jugendliche 2016?“ führten Forscher insgesamt 72 qualitative Tiefeninterviews mit 14- bis 17-Jähringen zu ihren Einstellungen unter anderem zu digitalen Medien, Mobilität, Nachhaltigkeit, Liebe und Partnerschaft. Beauftragt wurde die Erhebung von der Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Bundeszentrale für politische Bildung und weiteren Institutionen. Die Studie wurde nach 2008 und 2012 zum dritten Mal durchgeführt und steht zum kostenlosen Herunterladen zur Verfügung. 

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