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Brauchen wir eine neue Agrarwirtschaft?

Brauchen wir eine neue Agrarwirtschaft?

Mehr Bio, mehr Kontrollen, besseres Verbraucherbewusstsein. Arbeitsblatt des Monats Februar 2011

Das Arbeitsmaterial zum Thema "Brauchen wir eine neue Agrarwirtschaft?" enthält neben einer kurzen Formulierung der thematischen Ausgangssituation und dem Hinweis auf die anzustrebende Kompetenzerweiterung kurze methodische Angaben zu den zwei einzusetzenden Arbeitsblättern. Bei den Arbeitsblättern handelt es sich um Artikel des Verlags "Die Zeit", die als Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem genannten Thema dienen. Den Artikeln ist jeweils ein Aufgabenblatt mit konkreten Aufgabenstellungen zugeordnet. Abgerundet wird das durch ausgewählte Internetquellen zum Thema.

Das Unterrichtsmaterial enthält einen Unterrichtsvorschlag zur kritischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Interessengruppen aus den Bereichen der Agrarwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. Die konkreten Hinweise zur unterrichtlichen Durchführung schaffen für die Lernenden geeignete methodische Handlungsmöglichkeiten, sich im aktuellen thematischen Spannungsfeld mit den verschiedenen Positionen vertraut zu machen. Die Lernenden erhalten hier die Möglichkeit, verschiedene Sichtweisen zu reflektieren, um daraus Handlungsstrategien für ihre eigene Lebensgestaltung zu formulieren. Das Materialangebot ist für den Unterrichtseinsatz in höheren Klassenstufen sehr geeignet. Es ist mit - gut - zu bewerten.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Jugendliche sollen sich vor dem Hintergrund des Dioxin-Skandals an der Debatte über die derzeitigen Positionen der Agrarwirtschaft und des Lebensmittelhandels beteiligen. Die Lernenden reflektieren im Rahmen einer vertiefenden Auseinandersetzung ihren eigenen Lebensstil und ihre Konsumgewohnheiten und betrachten diese im globalen Zusammenhang. Die Einleitung beinhaltet verschiedene Fragestellungen im Rahmen der (derzeitigen) Debatte, die dazu auffordern, aus mehreren Perspektiven und mit kritischem Blick aktiv Stellung zu beziehen. Die Formulierung der hier anzustrebenden Kompetenzerweiterung hebt dies deutlich hervor. Der Einsatz beider Arbeitsblätter wird verständlich im methodischen Kontext dargelegt. Bei dem Einsatz dieser Unterrichtsidee ist zu bedenken, dass ohne ein fundiertes Hintergrundwissen eine umfassende und kritische Auseinandersetzung im Unterricht nicht möglich sein wird. Hier sollten auch Vorkenntnisse der Lerngruppe in angemessener Form bei der Unterrichtsplanung berücksichtigt werden bzw. müssen bei den Lernenden vorhanden sein. Da hier der konkrete Zeitumfang zur Durchführung der Unterrichtseinheit fehlt, kann die Lehrperson mit Blick auf ihre Lerngruppe das Zeitfenster individuell festlegen. Bei den Aufgabenstellungen zu den einzelnen Arbeitsblättern wird deutlich, dass die Lernenden über eine gefestigte Methodenkompetenz verfügen müssen, um die Arbeitsaufträge zielgerichtet und selbstständig ausführen zu können. Gleichzeitig wird hier besonders offensichtlich, dass dies bevorzugt den Schülerinnen und Schülern höherer Klassenstufen gelingen wird. So geht es z.B. um das Formulieren von Thesen, Antithesen und Synthesen sowie um die Anwendung der so genannten SWOT-Analyse. Das setzt ein fundiertes und regelmäßiges Methodentraining voraus, verbunden mit dem Interesse an den genannten Themenfeldern. Bei den Hinweisen zur methodischen Umsetzung fehlen (Differenzierungs-) Hinweise bezüglich der Klassenstufen, so dass das vorliegende Material eher für den Einsatz in höheren Klassen sowie für leistungsstärkere SchülerInnen geeignet ist. Betrachtet man die konkrete Fragestellung der Ausgangssituation der Unterrichtseinheit - "Brauchen wir eine neue Agrarwirtschaft?" fehlt hier explizit der Focus auf eine unmittelbare abschließende Betrachtung durch die Lerngruppe. Inhaltlich handelt es sich hier um ein höchst aktuelles und wichtiges Thema, welches die Lebenswelt der Jugendlichen bzw. Heranwachsenden unmittelbar betrifft. Sie sind Konsumenten und nutzen die Vielfalt, die ihnen der Markt liefert. Immer wieder stoßen wir in den Medien auf neue Skandale, der Dioxin-Skandal ist nur einer von vielen. Derartige Zwischenfälle lösen eine breite Diskussion über die Handlungsfähigkeit und -unfähigkeit der Lebensmittelindustrie aus und stellen die derzeitige Agrarwirtschaft auf den Prüfstand. Gleichzeitig spielt die Rolle der Verbraucherin/ des Verbrauchers eine entscheidende Rolle. Bei dieser Unterrichtseinheit geht es gezielt um eine kritische und mehrschichtige Auseinandersetzung. Die Lernenden reflektieren verschiedene Sichtweisen und Handlungsstrategien, um mit diesen Kenntnissen eine fundierte Grundlage zu erhalten, sozial verträgliche und ökologisch folgerichtige (Kauf-)Entscheidungen für ihren Alltag zu treffen. Hierzu liefert das vorliegende Material einen Beitrag und ist insgesamt mit - gut - zu bewerten.
Erscheinungsjahr
2011
Autor/in
Reihe
Preis
0.00 €
ISBN
Materialformat
Schlagworte

Gesamtbewertung

Gut