Title

Cybermobbing

Arbeitsmappe 5 der SchülerVZ-Lehrmaterialien

Die vorliegende Unterrichtseinheit beinhaltet einen Verlaufsplan, Hinweisen für Lehrpersonen, Arbeitsblätter und Links zu Filmbeiträgen für eine ca. 4-5-stündige Auseinandersetzung mit dem Thema Cybermobbing.
Für den Einstieg dient ein Video-Clip (Let´s fight it together, Link zur Website), um Schülerinnen und Schüler erste Eindrücke sammeln zu lassen bzw. eigene Erfahrungen zu thematisieren. Im Anschluss daran dienen Arbeitsblätter der Recherche (Linkliste) zur Rechtssituation und Straftatbeständen sowie zu zentralen Begriffen, Kennzeichen u. Merkmalen von Mobbing und Cybermobbing.
Anhand von drei Fallbeispielen setzen die Jugendlichen sich mit den Gründen und Folgen von Cybermobbing für Täter und Opfer auseinander.
In einem anschließenden Rollenspiel mit Rollenkarten sollen die Lernenden die Perspektiven von Tätern, Opfern, BeobachterInnen, Eltern und Lehrpersonen einnehmen und werden in einer anschließenden Diskussionsphase angeleitet, ihre subjektiven Erfahrungen und Verhaltensweisen zu reflektieren.
Schließlich sollen die Lernenden anhand eines Arbeitsblattes Strategien für den Umgang mit Cybermobbing entwickeln und Klassenregeln (Klassenvertrag) erarbeiten.
Das Material wird ergänzt durch zahlreiche Links, weiterführende Informationen, diskussionsleitende Fragen und Lösungsvorschläge.

Mithilfe der Unterrichtseinheit kann das Thema Cybermobbing von Schülerinnen und Schülern weitestgehend selbstständig erarbeitet werden, indem Recherchen zu Begriffen, Merkmalen und Straftatbeständen erfolgen. Zu einer emotionalen Auseinandersetzung kommt es durch die Beantwortung von Fragen zu drei Fallbeispielen und dem Durchführen eines Rollenspiels aus der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler. Hierbei handelt es sich grundsätzlich um ein handlungsorientiertes Konzept, dass zum Erwerb von Problemlösestrategien bzw. Handlungskompetenz einen Beitrag leisten kann. Es fehlt allerdings die kritische Auseinandersetzung mit sozialen Netzwerken explizit, d.h. eine Sensibilisierung für die Gefahren, die erst durch die Funktionen eines sozialen Netzwerkes entstehen, findet nicht statt. Vielmehr steht der "User" als eigenverantwortliches Individuum im Fokus der Betrachtungen. Daher wird das Konzept insgesamt mit befriedigend bewertet.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Das Material bietet einen ausführlichen Workshop-Leitfaden, der auf Anfrage auch vom schülerVZ Media Education-Team in der Schule durchgeführt werden kann. Für Lehrerinnen und Lehrer bietet das Material einen umfassenden Pool an Links zu diversen seriösen Websites, die sich mit der Thematik Medienkompetenz und insbesondere Cybermobbing auseinandersetzen. Für den durchgeplanten Unterrichtsverlauf stehen Arbeitsblätter und Links zur Verfügung. Bei ausreichend zur Verfügung stehenden Computern, sowie die Möglichkeit einen Videoclip im Netz zu sehen, können die ersten beiden Unterrichtsbausteine selbstständig von den Lernenden bearbeitet werden. Zur Reflexion und Kontrolle stehen der Lehrperson für das gesamte Material sehr ausführliche Lösungsvorschläge und detaillierte Diskussions-Leitfragen für ein Gespräch im Plenum zur Verfügung. Die Lernziele bzw. die zu erwerbenden Kompetenzen werden für den Bereich der Handlungskompetenzen in konkreten Problemsituationen formuliert, Problemlösestrategien stehen hierbei im Mittelpunkt. Ausgehend von der Lebenssituation vieler Jugendlicher, in der soziale Netzwerke eine nicht unerhebliche Rolle spielen, findet eine handlungsorientierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Rollen, Beweggründen und Folgen in Mobbing-Situationen statt. Um die hieraus gewonnen Erkenntnisse in den Lebensalltag zu integrieren, werden schließlich Handlungsvorschläge und Gruppenregeln gemeinsam entwickelt. Die Bausteine bauen systematisch aufeinander auf, es ist aber auch durchaus möglich, beispielsweise nur die Auseinandersetzung mit den Straftatbeständen und der rechtlichen Regelungen des(Cyber-) Mobbings zu bearbeiten. Der Umgang mit schwierigen Situationen aufgrund persönlicher Erfahrungen wird in den Ermessensspielraum der einzelnen Lehrperson gestellt, beispielhaft wird auf das Arbeiten mit Fallbeispielen aus der Vogelperspektive verwiesen. Die Bedeutung von sozialen Netzwerken bzw. vor allem schülerVZ im Kontext von Cybermobbing wird nicht hinreichend kritisch bearbeitet, hier kommt dem System eher eine randständige Position zu, für Fälle von Cybermobbing wird eher auf technische Lösungsmöglichkeiten seitens der User und auf Meldungen an den "Support" verwiesen. Hier wäre eine kritische Betrachtung einer mediatisierten Kindheit und Jugend insgesamt wünschenswert, sowie eine Sensibilisierung für den Umgang mit sozialen Netzwerken, also auch schülerVZ.  Daher wird das Material insgesamt mit befriedigend bewertet.
Erscheinungsjahr
2012
Autor/in
Maren Gaidies, Sascha Neurohr, Sylvia Kaufmann
Reihe
Preis
ISBN
Materialformat
Schlagworte