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Erntefest im Schulgarten

Unterrichtsreihe im Rahmen der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Bereich Ernährung

Tomaten gibt es das ganze Jahr und Erdbeeren bereits im Februar. Die globale Lebensmittelproduktion hat dazu geführt, dass die meisten Lebensmittel das ganze Jahr über verfügbar sind, so dass das Gefühl für die Jahreszeiten und das Obst und Gemüse, das Saison hat, verloren gegangen ist.
Das Material "Erntefest im Schulgarten" ist ein Konzept, indem die gesunde Ernährung und Nachhaltigkeit sowohl thematisiert als auch umgesetzt werden soll. Der Weg der Lebensmittel vom Schulgarten (Planung und Anlegung mit saisonalen Gemüse- und Obstsorten) bis auf den Teller (Erntefest mit der Zubereitung des angepflanzten Obsts und Gemüses) soll aktiv erfahren werden. Dadurch sollen der Wert und die Vielfalt der Lebensmittel erkannt und sowohl praktische Fertigkeiten als auch theoretische Fähigkeiten erlernt werden, die zu einem nachhaltigen Handeln im Bereich der Ernährung befähigen.
Das Konzept besteht aus sieben aufeinander aufbauenden Unterrichtseinheiten (Saisonkalender, Erntefest-Menü, Pflanz- und Gartenplanung, Pflanz- und Gartenarbeit, Vorbereitungen für das Erntefest, Gastgeschenk, Erntefest), die durch Materialien wie Kopiervorlagen sowie weitere Informationen und Tipps für die Lehrkraft ergänzt werden.

Bei der Unterrichtsreihe "Erntefest im Schulgarten" handelt es sich um ein Konzept, das gemeinsam mit der Schulgarten AG einer Gesamtschule entwickelt und nach deren Rahmenbedingungen für die Klassen 5 bis 8 konzipiert wurde. In Zeiten der Industrialisierung und Globalisierung wird den Lebensmitteln zunehmend weniger Wertschätzung entgegengebracht, weil immer weniger Beziehung zu den Lebensmitteln vorhanden ist, d.h. weniger Wissen und Fähig- und Fertigkeiten in Bezug auf deren Herkunft, Anbau oder Verarbeitung/Zubereitung existent sind. Deshalb benötigen die Menschen wieder mehr Kompetenzen im Bereich der Ernährung. Durch einen Schulgarten könnte nicht nur die gesunde Ernährung thematisiert sondern auch eine nachhaltige Ernährungsweise oder ein nachhaltiger Ernährungsstil angebahnt werden. Auch wenn im BNE-Portal zu lesen ist, dass in dem Konzept von der Planung und Anlegung eines Schulgartens bis zur Organisation eines Gartenfestes und der Zubereitung von Speisen die Schüler in allen Phasen aktiv und eigenständig arbeiten, ist es darauf ausgerichtet, dass bereits ein Schulgarten in den Schulen vorhanden ist und nicht erst geplant werden muss. Dabei steht die Praxisorientierung im Vordergrund, durch die Wissen angeeignet werden soll. Die Schüler/innen sollen Recherchen zum Saisonkalender, Rezepten, Aussaatterminen usw. betreiben. Jedoch wird ihnen in dem Konzept mit den Kopiervorlagen zum Saisonkalender, dem Menü, den Steckbriefen und der Einladung bereits alles fertig präsentiert, auch wenn immer wieder betont wird, dass grundsätzlich eigene Ideen nach bestimmten Kriterien eingebracht werden dürfen. Von der Grundidee könnte das Erntefest im Schulgarten viel Potential für eine kritische Auseinandersetzung und Reflexion im Sinne der Ernährungs- und Verbraucherbildung bieten, allerdings wäre dafür sehr viel Eigeninitiative, Recherche und zusätzliche Vorbereitung für die Lehrperson notwendig. Ferner sollte der Sprachduktus verändert werden, da z.B. häufiger das Wort "basteln" verwendet wird.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Bei der Unterrichtsreihe "Erntefest im Schulgarten" handelt es sich um ein Konzept, das gemeinsam mit der Schulgarten AG einer Gesamtschule entwickelt und nach deren Rahmenbedingungen für die Klassen 5 bis 8 konzipiert wurde. In Zeiten der Industrialisierung und Globalisierung wird den Lebensmitteln zunehmend weniger Wertschätzung entgegengebracht, weil immer weniger Beziehung zu den Lebensmitteln vorhanden ist, d.h. weniger Wissen und Fähig- und Fertigkeiten in Bezug auf deren Herkunft, Anbau oder Verarbeitung/Zubereitung existent sind. Deshalb benötigen die Menschen wieder mehr Kompetenzen im Bereich der Ernährung. Durch einen Schulgarten könnte nicht nur die gesunde Ernährung thematisiert sondern auch eine nachhaltige Ernährungsweise oder ein nachhaltiger Ernährungsstil angebahnt werden. Auch wenn im BNE-Portal zu lesen ist, dass in dem Konzept von der Planung und Anlegung eines Schulgartens bis zur Organisation eines Gartenfestes und der Zubereitung von Speisen die Schüler in allen Phasen aktiv und eigenständig arbeiten, ist es darauf ausgerichtet, dass bereits ein Schulgarten in den Schulen vorhanden ist und nicht erst geplant werden muss. Die Unterrichtsreihe "Erntefest im Schulgarten" besteht aus sieben Unterrichtseinheiten (Saisonkalender, Erntefest-Menü, Pflanz- und Gartenplanung, Pflanz- und Gartenarbeit, Erntefest vorbereiten, Gastgeschenk, Erntefest feiern), den Materialien zu diesen Einheiten und weiterführenden Informationen und Tipps. Obwohl Ansätze für freie Arbeitsformen vorhanden sind, d.h. die Schüler/innen Recherchen zum Saisonkalender, Rezepten, Aussaatterminen usw. betreiben sollen, wird ihnen jedoch mit den Kopiervorlagen zum Saisonkalender, dem Menü, den Steckbriefen und der Einladung bereits alles fertig präsentiert, auch wenn immer wieder betont wird, dass grundsätzlich eigene Ideen nach bestimmten Kriterien eingebracht werden dürfen. Von den Autoren werden Saisonalität, Regionalität, Artenvielfalt, Kreislaufwirtschaft usw. als Inhalt angeführt. Latent sind diverse unterschiedliche Perspektiven (ökologischer Landbau versus konventioneller Landbau, Hybridsaatgut versus sortenreines Saatgut usw.) vorhanden oder können erahnt werden, jedoch gibt das Material keine weitere Hilfestellung/Links/Tipps zur Erarbeitung. Variationsmöglichkeiten bei den Rezepten (z. B. allgemein Rezepte mit Zucchinis, Möhren, Radieschen oder Zucchinisuppe oder-tarte, Gemüsepizza, Möhrengratin usw.), Arbeitsbögen, die Arbeitsaufträge für die unterschiedlichen Nachforschungen enthalten oder Potential für eine tiefergreifende, problemorientierte Auseinandersetzung bieten, sind leider nicht vorhanden. Insgesamt enthält das 45 Seiten umfassende Material 8 Seiten zu den einzelnen Unterrichtseinheiten, die u.a. jeweils einen Infokasten mit Angaben zu Zielen, Jahreszeit, Ort, Vorbereitungen und Materialien enthalten. Viele fachwissenschaftlich relevante Inhalte werden angerissen und das Material weist meist eine schlüssige inhaltliche Strukturierung auf, jedoch stellt sich die Frage, warum werden z. B. keine Frühbeete angelegt oder gebaut, wenn das Gemüse bereits zum Erntefest Ende Juni oder Anfang Juli reif sein soll. Laut den vorhandenen Steckbriefen ist die Erntezeit bei den benötigten Zucchinis, den Tomaten und den Frühlingszwiebeln erst zu einem späteren Zeitpunkt. Desweiteren sind einige Anmerkungen (Welche Beetgröße ist erforderlich? S. 7) nicht nachvollziehbar. So werden laut Checkliste für die Pflanz- und Gartenplanung (S. 7) für das Erntefest nur 500g Zucchini und 500 g Möhren benötigt, die evtl., wenn die erforderlichen Beetflächen nicht vorhanden sind, nur exemplarisch angepflanzt werden sollen (S. 7). Eine einzige Zucchinipflanze trägt jedoch mehr als 1-2 Zucchinis (klein) und 500g Möhren sind weniger als ein Bund. Dies sollte als Ertrag selbst unter widrigen Umständen in jedem Fall möglich sein. Desweiteren wäre es viel praktikabler den Komposter aus eingekerbten Latten zusammenzustecken, dadurch würden 160 Schrauben eingespart und er könnte später auch wieder auseinandergenommen und an einer anderen Stelle aufgebaut werden (S. 23). Zu dem Holz, das für den Bau verwendet werden soll, wurden auch keine Angaben zur Imprägnierung gemacht. Die Weckgläser für die Tomatensoße könnten nur kurz abgekocht und umgedreht auf ein sauberes Handtuch gestellt werden, anstatt sie bei 70°C warmzuhalten (Sicherheit, S. 27) und die Gemüsefrikadellen entsprechen eher Quarkplinsen mit einer Gemüseeinlage (S. 28) usw. Von der Grundidee könnte das Erntefest im Schulgarten viel Potential für eine kritische Auseinandersetzung und Reflexion im Sinne der Ernährungs- und Verbraucherbildung bieten, allerdings wäre dafür sehr viel Eigeninitiative, Recherche und zusätzliche Vorbereitung für die Lehrperson notwendig. Die fachwissenschaftlichen Inhalte sollten teilweise korrigiert (keine Knochen auf den Kompost!) oder problemorientierter dargeboten werden (Holzasche nur bis zu 3% aufgrund der hohen Schwermetallbelastung, usw.). Ferner sollte der Sprachduktus verändert werden, da z.B. häufiger das Wort "basteln" verwendet wird.
Erscheinungsjahr
2012
Autor/in
Anne Abeler, Stefanie Efkes und Judith Heringer
Reihe
Preis
ISBN
Materialformat