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Ich im Netz - Soziale Netzwerke - Facebook

Das vom Zentrum für Bildungsinformatik der Pädagogischen Hochschule Bern entwickelte Unterrichtmaterial "Ich im Netz" soll Schülerinnen und Schülern ab 13 Jahren einen sicheren und kritischen Umgang mit sozialen Netzwerken vermitteln.
Innerhalb von acht aufeinander aufbauenden Lektionen werden sowohl Möglichkeiten als auch Gefahren der Netzwerke thematisiert. Es werden Vorteile erarbeitet, die sich mit der Nutzung sozialer Netzwerke verbinden, und in Gegenüberstellung zu möglichen Gefärdungsszenarien diskutiert. Anschließend werden die Begriffe Privatsphäre und Freundschaft besprochen, um schließlich eigene Profile im Netzwerk Facebook zu erstellen und anhand erarbeiteter Verhaltensregeln zu bewerten.
Der vorgeschlagene Unterrichtsverlauf folgt in tabellarischer Form. Hierbei werden für jeden Arbeitsschritt Zeitangaben, Teilziele, Inhalt, Darstellungs- oder Sozialform und das benötigte Material (Links zu Online-Ressourcen oder Verweis auf Arbeitsblätter) angegeben. Die entsprechenden Arbeitsblätter stehen in Form einer separaten pdf-Datei zum Download zur Verfügung.

Das Unterrichtsmaterial "Ich im Netz" kann nur zu Teilen überzeugen. Eine Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für Chancen und Risiken sozialer Netzwerke im Internet, scheint anhand des Materials durchaus umsetzbar. Auch die didaktische Aufbereitung ist ansprechend und abwechslungsreich. Jedoch lässt der geringe Umfang des Materials bereits erahnen, dass es sowohl an inhaltlicher Tiefe als auch an entsprechenden Hintergrundinformationen für die Lehrpersonen weitgehend fehlt. Für die Medienkompetenzförderung im  Unterricht kann das vorliegende Material daher zwar Anregungen bieten, erfordert jedoch unbedingt die Hinzunahme weiterer fachlicher Quellen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Soziale Netzwerke im Internet zählen heutzutage ohne Frage zur Lebenswelt Heranwachsender. In diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll und begrüßenswert, einen kritischen und sicheren Umgang damit innerhalb der Schule zu fördern. Das Material "Ich im Netz" greift sowohl technische als auch soziale und ethische Fragen auf und sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler für Möglichkeiten und Gefahren, die soziale Netzwerke ihnen bieten. Vor diesem Hintergrund wird der veränderte Freundschaftsbegriff in sozialen Netzwerken thematisiert und die Frage der Privatsphäre kritisch beleuchtet. Die didaktische Aufbereitung bietet stets genug Raum für Erfahrungsaustausch und Reflexion. Der vorgeschlagene Medienwechsel und die Anregung unterschiedlicher Sozialformen sind dabei gut gelungen. Große Teile des Materials konnten jedoch inhaltlich nicht bewertet werden, da drei von vier Hyperlinks nicht (mehr) funktionieren. Diese müssen unbedingt auf ihre Aktualität hin überprüft werden um die Vollständigkeit des Unterrichtsmaterials gewährleisten zu können. Als problematisch wird angesehen, dass innerhalb der Unterrichtseinheiten die Schülerinnen und Schüler dazu aufgefordert werden, sich einen Account im sozialen Netzwerk Facebook einzurichten. Diese Entscheidung mit ihren weitreichenden Folgen kann keinesfalls ohne Absprache mit den Erziehungsberechtigten erfolgen. Anhand allgemein gültiger Normen sollen die Facebook-Profile anschließend gegenseitig bewertet werden. Hierbei fehlt es an jeglicher fachlichen Perspektive und Anleitung. Darüber hinaus ist die Empfehlung einer weiteren Verwendung eines Klassenkontos bei Facebook für schulische Zwecke durchaus als kritisch zu bewerten. Zu diesem Zweck existieren weitaus besser geeignete Plattformen. Hintergrundinformationen für Lehrerinnen und Lehrer werden nur sehr spärlich gegeben. Der Verweis auf zwei Hyperlinks, die Anleitungen für Facebook und schülerVZ beinhalten, kann keineswegs als hinreichend bezeichnet werden. Es bedarf daher einer eigenen Recherche und Aneignung zentraler theoretischer Erkenntnisse zum Bereich der Medienkompetenz von Seiten der Lehrkraft. Das Material deckt nur wenige Dimensionen von Medienkompetenz ab. So wäre beispielsweise eine vertiefende Thematisierung von technischer Qualifikation, rechtlicher Fragen oder kreativer und partizipativer Nutzung des Internets wünschenswert gewesen. Es werden zudem kaum Variationsmöglichkeiten angeboten, so dass beispielsweise eine Anpassung an unterschiedliche Alters- oder Kompetenzstufen nicht ohne weiteres möglich ist. Insgesamt kann das Unterrichtsmaterial "Ich im Netz" als alleinige Grundlage für die Unterrichtsgestaltung nur mit Einschränkungen empfohlen werden. Es bietet zwar durchaus Anregungen und ist didaktisch ansprechend aufbereitet, bedarf jedoch einer Zuhilfenahme weiterer Quellen und Informationen zum Thema Medienkompetenz und soziale Netzwerke.
Herausgeber
Erscheinungsjahr
2010
Autor/in
Pädagogische Hochschule Bern, Institut für Medienbildung
Reihe
Preis
ISBN
Materialformat
Schlagworte

Gesamtbewertung

Befriedigend