Title

Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen

Making-Aktivitäten

Handbuch zum kreativen digitalen Gestalten

Das Handbuch befasst sich mit dem Thema "Making" - einer Bewegung, die sich dem kreativen Gestalten und Selbermachen mit digitalen Technologien verschrieben hat. Aufbauend auf den 2015 stattgefundenen "Maker Days for Kids" werden die im Rahmen dieser Veranstaltung durchgeführten Maker-Projekte sowie weitere diesem Ansatz zuzurechnende Projekte vorgestellt. Es handelt sich durchgängig um erprobte Konzepte, die erfahrungsbasiert von den jeweiligen MitarbeiterInnen für den schulischen und / oder außerschulischen Kontext aufbereitet wurden.
In einem einführenden Kapitel wird zunächst auf die Charakteristika, Prinzipien und Ziele des Makings mit Kindern eingegangen. Zudem wird die Relevanz dieses Ansatzes aus unterschiedlichen lern- und bildungstheoretischen Perspektiven hergeleitet und argumentiert sowie Hinweise zur Verwendung des Handbuchs gegeben. Im folgenden Kapitel geht es um Konzepte und Methoden. Hierbei werden acht Projekte, die sich hinsichtlich des Umfangs, des Themas und des Kontextes recht stark voneinander unterscheiden, dargestellt. Die anschließenden sechs Kapitel widmen sich verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten, die jeweils erst allgemein beschrieben und dann anhand von konkreten Projektbeschreibungen dargestellt werden. Hierbei handelt es sich um: 1. Einfaches Programmieren und digitales Gestalten, 2. Einfacher Roboterbau und Arbeit mit LEDs, 3. Making rund ums Smartphone, 4. 3DModellierung und Druck, 5. Fotografe und Film mit Smartphone und Computer, 6. Making mit alternativer Hardware.
Die Projektbeschreibungen folgen immer dem gleichen Schema: Nach einer tabellarischen Aufzählung von Setting, Dauer, Zielgruppe, Zielsetzung, notwendiger Ausstattung und Aufwand folgen ausführlichere Texte zu den Bereichen Vorbereitung, Ablauf, mögliche Varianten und Ergänzungen, Tipps und Tricks, Raum für kreatives Gestalten sowie weitere Materialien dazu. Jedes Konzept wird auf diese Weise auf fünf bis zehn Seiten zusammengefasst.

Das Handbuch "Making-Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen" stellt eine inspirierende, theoretisch fundierte, sinnvoll strukturierte und ästhetisch gestaltete Zusammenstellung unterschiedlichster Maker-Projekte dar. Die Potenziale dieses Ansatzes für die außerschulische und schulische Projektarbeit werden überzeugend argumentiert und in konkreten, erfahrungsbasierten Konzeptbeschreibungen anschaulich gemacht. Jedoch gilt es als Lehrperson, sich aus dieser Vielfalt an Ideen genau das herauszusuchen, was in der eigenen Lehrpraxis inhaltlich passend und ressourcentechnisch umsetzbar ist. Der Vorbereitungsaufwand ist größtenteils als sehr hoch einzuschätzen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Sehr gut
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Die Maker-Bewegung ist derzeit voll im Trend - jedoch eher unter Erwachsenen als bei Kindern. Dass die mit dem Making verbundenen Grundgedanken und Konzepte jedoch auch für die (medien-)pädagogische Arbeit mit Heranwachsenden fruchtbar gemacht werden können, zeigt dieses Handbuch gut nachvollziehbar auf. Die Prämissen der individuellen, kreativen Lernwege und Lernerzentrierung bleiben dabei in allen beschriebenen Projekten zentral. Allerdings ist nicht bei jedem Projekt ganz klar, inwiefern es sich wirklich um Making handelt oder eben um klassische handlungsorientierte Medienarbeit.Im Vorwort nennen die AutorInnen technisches Verständnis, kreatives Problemlösen, soziales Miteinander und handwerkliches Geschick als quasi nebenbei zu erwerbende Kompetenzen. Dies kommt auch in den Projektbeschreibung sehr gut durch. Der einführende Teil überzeugt durch seine gut fundierte, theoretische Argumentation des Mehrwerts von Making mit Kindern. Er bietet hilfreiches Hintergrundwissen und macht den Gedanken der Maker-Bewegung gut deutlich. Das Material ist sehr gut strukturiert und anschaulich illustriert. Zudem werden mit Schule und Jugendeinrichtung unterschiedliche Kontexte explizit angesprochen, in denen die beschreibenen Projekte durchgeführt werden können. Für Lehrkräfte heißt dies jedoch auch, dass nicht alle Kapitel dieses Buches überhaupt für sie als SchulpädagogInnen relevant sind. Während die Projekte im zweiten Kapitel sehr umfangreich sind, werden die in den folgenden spezifischen Kapiteln beschriebenen Projekte auf Unterrichts- bzw. Projekttageebene beschrieben. Es ist positiv hervorzuheben, dass die Projekte allesamt erprobt wurden. So werden auch Schwierigkeiten in der Umsetzung thematisiert, was hilfreich sein kann. Insgesamt kann dieses Material nicht nur für die außerschulische Jugendarbeit sondern auch für den Schulkontext wichtige Hinweise und Inspirationen hinsichtlich der Förderung von Medienkompetenz bieten. Es gilt jedoch die relevanten und interessanten Projekte für sich auszuwählen und diese genauer anhand weiterer Materialien zu recherchieren. Die Erwartung, direkt in den Unterricht übertragbare Konzepte geliefert zu bekommen wird somit enttäuscht. Der Aufwand zur Vorbereitung und die Einarbeitung in die spannenden Themen ist größtenteils sehr hoch, so dass dieses Material im Sinne einer Inspiration und eines Überblicks über vorhandene Möglichkeiten zwar als sehr gut eingeschätzt wird, in Bezug auf die verfügbaren Ressourcen im Schulalltag jedoch Abstriche gemacht werden müssen.
Erscheinungsjahr
2016
Autor/in
Sandra Schön, Martin Ebner, Kristin Narr
Reihe
Preis
39.90 €
ISBN
9783739236582
Materialformat