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My Finance Coach - Mach dich finanzfit!

My Finance Coach ist eine Stiftungsinitiative von Allianz, McKinsey und Grey, die im Jahr 2010 gegründet wurde. Zielsetzung ist ist es, die "finanzielle Allgemeinbildung" zu fördern und dafür bei Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren Begeisterung zu wecken, Wissen zu vermitteln und Kompetenzen zu stärken. Zur Umsetzung dieser Zielsetzung wurden bisher 7 Ordner erstellt, die sich an den Lehr- und Bildungsplänen der Bundesländern orientieren sollen.

Das hier vorliegende Unterrichtsmaterial befasst sich mit dem Themenschwerpunkt "Planen". Im 90-minütigen Basisteil geht es um Pläne im Alltag und persönliche Pläne, Einnahmen und Ausgaben und die Erstellung von Geld- und Haushaltsplänen. Die Vertiefung im Umfang von 45 Minuten widmet sich den Möglichkeiten zur Optimierung von Einnahmen und Ausgaben. Die ebenso lange Erweiterung befasst sich mit dem Lebenszyklus und sich wandelnden Wünschen und finanziellen Bedürfnissen.

Seit der Einführung der Materialien 2010  wird das Konzept verfolgt, dass Mitarbeiter/innen der beteiligten Unternehmen als Finance Coaches in den Unterricht kommen und die als "Training" bezeichneten Einheiten durchführen. Darüber hinaus finden Lehrerfortbildungen in Kooperation mit verschiedenen Bildungsträgern wie z. B. mit der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen oder dem Schulbuchverlag Klett MINT statt.

Der hier betrachtete dritte Ordner der Reihe soll Hinweise geben wie Geld- und Haushaltspläne erstellt werden und wie mit Geld geplant werden kann. In der Vertiefung sollen außerdem variable und fixe Ausgaben unterschieden werden, hierzu findet sich dann aber keinerlei Inhalt oder Anhalstpunkt mehr. Vielmehr wird auf einmalige und laufende Ausgaben sowie Möglichkeiten der Verbesserung der Einnahmen- und Ausgabeseite hingewiesen.
Die Erweiterungsphase befasst sich dann mit den sich ändernden Wünschen im Lebenszyklus und möglichen Strategien diese auch zu finanzieren. Inhaltlich ist dieser Ordner wenig aussagekräftig, da zentrale inhaltliche Aspekte nicht nachprüfbar abgebildet werden, sondern vom Coach erläutert werden. Was dann gesagt wird, kann hier nicht bewertet werden.

Für die angestrebte Zielgruppe der Klassen 7 bis 9 ist das Material massiv unterfordernd, da die Themen Haushaltsplan, Ausgaben und Einnahmen üblicherweise bereits in den Klassenstufen 5 und 6 behandelt werden.
Die Erweiterung ermöglicht ebenso wie die vorangegangenen Phasen keinerlei Reflexion und echte Auseinandersetzung mit der Thematik.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Ausreichend
Methodik-Didaktik:
Mangelhaft
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Ausreichend
Ausführliche Bewertung
Der aufwändig gestaltete Ordner mit CO2-neutral produziertem USB-Stick (aus FSC-zertifiziertem Holz) wird sicherlich viele Lehrkräfte auf den ersten Blick positiv ansprechen. Die formale Gestaltung mit hohem Wiedererkennungswert kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass die inhaltliche und didaktische Umsetzung der "Einführung" wenig gelungen ist. Der hier betrachtete dritte Ordner der Reihe soll Hinweise geben wie Geld- und Haushaltspläne erstellt werden und wie mit Geld geplant werden kann. In der Vertiefung sollen außerdem variable und fixe Ausgaben unterschieden werden, hierzu findet sich dann aber keinerlei Inhalt oder Anhaltspunkt mehr. Vielmehr wird auf einmalige und laufende Ausgaben sowie Möglichkeiten der Verbesserung der Einnahmen- und Ausgabeseite hingewiesen. Die Erweiterungsphase befasst sich dann mit den sich ändernden Wünschen im Lebenszyklus und möglichen Strategien diese auch zu finanzieren. Inhaltlich ist dieser Ordner wenig aussagekräftig, da zentrale inhaltliche Aspekte nicht nachprüfbar abgebildet werden, sondern vom Coach erläutert werden. Was dann gesagt wird, kann hier nicht bewertet werden. Für die angestrebte Zielgruppe der Klassen 7 bis 9 ist das Material massiv unterfordernd, da die Themen Haushaltsplan, Ausgaben und Einnahmen üblicherweise bereits in den Klassenstufen 5 und 6 behandelt werden. Die Erweiterung ermöglicht ebenso wie die vorangegangenen Phasen keinerlei Reflexion und echte Auseinandersetzung mit der Thematik. Die Verteilung der Inhalte auf die drei Einheiten ist der Sachlogik der Inhalte und den Erfordernissen des situierten Lernens zum Aufbau von Kompetenzen nicht angemessen. So ist dann auch die Vertiefung keine "echte" Vertiefung, sondern größtenteils eine Wiederholung. Die Erweiterung bleibt auf einer Ebene der reinen Finanzplanung und suggeriert, dass eine "gute Finanzplanung" schon alles richten wird (vgl. Leitfaden, Folie 5, Teil 2). Die Thematik "Planen" ist insgesamt eher nicht in einen Kontext eingebunden. So ist Planung nicht nur hinsichtlich der finanziellen Situation wichtig, sondern muss im Kontext eines möglichen Lebensentwurfs betrachtet werden. Auch können sich gesetzliche Anforderungen, wirtschaftliche, politische usw. Rahmenbedingungen ändern, die eine Planung hinfällig werden lassen. Hier erscheint eine frühzeitige finanzielle Planung als Allheilmittel. Vorsorge muss auch im Zusammenhang mit Versicherungen thematisiert werden, hier wird kein Bezug hergestellt. Hoch problematisch ist die didaktische Umsetzung, die als ungeeignet betrachtet werden muss. Aufbau und Ablauf der drei Phasen (Basis, Vertiefung, Erweiterung) sind immer gleich: Entlang der Powerpointpräsentation führt der Coach die Klasse durch den Stoff, er/sie gibt die Impulse und fasst zusammen, was richtig ist. Die Arbeitsblätter führen - wenn überhaupt - zu  einem Kompetenzerwerb im Bereich Addition und sinnverstehendes Lesen, teilweise werden Zuordnungsspielchen (Pläne) durchgeführt, die überhaupt keinen didaktisch sinnvollen Zweck verfolgen. Letztlich würde es genügen, die Folien mit den "Finanzfit Tipps" zu zeigen, bei denen es sich um einfache Heuristiken handelt, die jeder anwenden kann, aber in konkreten Situationen nichts nutzen. Das Material ist für den Unterricht wenig geeignet. Positiv ist auch hier, wie in allen anderen Ordnern, das "Neutralitätsgebot" der Finance Coaches hervorzuheben, das es ihnen verbietet, "zu einzelnen Produktkategorien oder Produkten dezidiert Stellung zu nehmen". So müssen die Finance Coaches eine "Wohlverhaltenserklärung" unterschreiben, die ihnen Vertriebstätigkeiten während des Klassenbesuches untersagt. Ob dies in der Praxis auch umgesetzt wird, kann hier nicht beurteilt werden, darf aber vor dem Hintergrund von Erfahrungen mit externen Referent(inn)en an Schulen – zumal aus der Finanzwirtschaft – zumindest bezweifelt werden. Aus diesem Grund muss die Tatsache,  dass die Mitarbeiter/innen der beteiligten Unternehmen die Rolle der Lehrkräfte übernehmen und an deren Stelle die dargestellten Themen behandeln, grundsätzlich als schwerwiegender Einwand formuliert werden.
Herausgeber
Erscheinungsjahr
2012
Autor/in
Charlotte Höhn, Eric Meyer, Matthias Jansen, Karin Paprotta
Reihe
Preis
ISBN
Materialformat
Schlagworte