Title

SCHUFA macht Schule - 45 Minuten in Sachen Finanzen

Vertretungsstunden zu den Themen Haushaltsbuch, starke Passwörter und AGBs

Das dem Materialpaket "SCHUFA macht Schule" zugehörige Heft "45 Minuten in Sachen Finanzen" enthält Vorschläge zur Vorgehensweise einschließlich der Arbeitsmaterialien zu drei Unterrichtsstunden (Vertretungsstunden) mit jeweils einem Schwerpunkt aus dem Bereich "Finanzbildung": Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), Passwörter und Budgetplanung (Haushaltsbuch). Die AGB werden anhand von Ausschnitten unterschiedlicher Anbieter-Geschäftsbedingungen bearbeitet, wobei jeweils kurze Passagen u.a. aus den Bereichen Versandhandel, Telekommunikation und Mietvertrag zusammengestellt wurden. Die Ausschnitte beziehen sich auf die Aspekte 'Vertragspartner', 'Zahlung', 'Bildrechte', 'Mietdauer', 'Kündigung', 'Urheberrechte', 'Zahlung, Steuern und Kaufpreisrückerstattungen', 'Angebotsformate' und 'Versandkosten'. Zusätzlich werden Ergebnisse einer Schülerbefragung zur Kenntnisnahme der Mitgliedschaftsbestimmungen von sozialen Netzwerken anhand zweier nach Geschlechtern differenzierten Grafiken einbezogen. Die zweite 45-Minuten-Einheit mit dem Titel "starke Passwörter" thematisiert "Regeln für ein starkes Passwort" (z.B. Kombination aus Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen) und enthält eine Anleitung, wie sich durch die Verkürzung eines einprägsamen Satzes ein geeignetes Passwort erstellen lässt. Die dritte und letzte Vertretungsstunde widmet sich der Bewusstmachung und Planung von Ausgaben anhand zweier Fälle, die die monatlichen Ausgaben Jugendlicher in Ausbildung und am Berufsanfang vorgeben. Diese werden in einen Haushaltsplan mit Ausgaben-Rubriken, unterschieden nach festen und veränderlichen Kosten, eingeordnet. Im Anschluss soll im Rahmen einer grafisch dargestellten Jahresbilanz die monatliche Ausgabenstruktur im Hinblick auf unvorhergesehene Ereignisse und besondere Ausgaben (z.B. Urlaub) problematisiert werden.

Das Material "45 Minuten in Sachen Finanzen" ist Teil eines umfangreicheren Materialpakets der SCHUFA, das eine Unterstützung bei der Ausbildung alltagsbezogener "Finanzkompetenz" in der Schule bieten will. Das vorliegende Heft beinhaltet Planung und Arbeitsmaterial für drei Vertretungsstunden zu den Themen "AGB", "starke Passwörter" und "Haushaltsbuch" und hängt die Ansprüche bewusst niedrig, nämlich "erste Impulse zur Entwicklung analytischer und handlungsorientierter Fähigkeiten" der Lernenden anzubieten und trifft damit auch die zielbezogenen Möglichkeiten des Materials recht genau. Die Stärken des Materials liegen in seinem Alltagsbezug, der niederschwelligen Aufgabengestaltung und seinem Anregungspotenzial für Lehrkräfte (mehr daraus zu machen). Es mangelt jedoch an problemorientierten Kontexten und/oder Situationen, die die Lerngegenstände (AGB, Passwörter) in einen Sinnzusammenhang einbetten und damit die Relevanz der Lerninhalte (Warum kann es wichtig sein zu wissen, wer der genaue Vertragspartner ist?) sowie die unterschiedlichen Interessenhintergründe aufzeigen. Auch im Hinblick auf die Kohärenz von Material und Aufgaben sind Schwachstellen zu benennen: Beispielsweise ist es nicht plausibel, warum Mietverträge und AGB vermischt werden; Vertragsinhalte werden ohne Frageperspektive oder Kriterienbezug "zur Diskussion gestellt", eine Jahresbilanz zu den Einnahmen und Ausgaben soll "hypothetisch" aus Fällen abgeleitet werden, ohne dass die Parameter (mögliche Ereignisse) in der Aufgabe genannt würden. Auch wenn der zu kalkulierende zeitliche Rahmen nicht immer mit den gesetzten 45 Minuten übereinstimmt, bieten die Materialien für einen Vertretungsunterricht dennoch gewinnbringende Impulse. Formal ist das Material übersichtlich und adressatengerecht gestaltet, sofern nur die Kopien der Arbeitsblätter und Infografiken in den Unterricht getragen werden. Würde mit der gesamten Broschüre gearbeitet (wozu der kostenfreie Bezug und die Farbgrafiken möglicherweise einladen), schlügen Layout und „Corporate Design“ des Unternehmens SCHUFA deutlich durch und es entstünde die nicht akzeptable Wirkung einer Werbebroschüre.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Das Material "45 Minuten in Sachen Finanzen" ist Teil eines umfangreicheren Materialpakets der SCHUFA, das eine Unterstützung bei der Ausbildung alltagsbezogener "Finanzkompetenz" in der Schule bieten will. Das an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I allgemeinbildender und berufsbildender Schulen gerichtete Heft beinhaltet Planung und Arbeitsmaterial für drei Vertretungsstunden zu den Themen "AGB", "starke Passwörter" und "Haushaltsbuch“ und hat einen ausgeprägten Alltagsbezug. Es hängt die Ansprüche explizit niedrig, nämlich "erste Impulse zur Entwicklung analytischer und handlungsorientierter Fähigkeiten" der Lernenden anzubieten und trifft damit auch die zielbezogenen Möglichkeiten des Materials recht genau. Die drei Vertretungsstunden sind parallel aufgebaut und folgen einem schlüssigen Dreischritt, der grundsätzlich mit der Aktivierung des Vorwissens und der Vorerfahrungen beginnt, in eine Erarbeitungsphase mündet, die in unterschiedlichem Maße handlungsorientiert gestaltet ist, und mit einer Vertiefungs- oder Diskussionsphase abschließt. Die Stärken des Materials liegen in seinem Alltagsbezug, einer weitgehend niederschwelligen Aufgabengestaltung und seinem Anregungspotenzial für Lehrkräfte (mehr daraus zu machen). Es mangelt jedoch an problemorientierten Kontexten und/oder Situationen, die die Lerngegenstände (AGB, Passwörter) in einen Sinnzusammenhang einbetten und damit die Relevanz der Lerninhalte (Warum kann es wichtig sein zu wissen, wer der genaue Vertragspartner ist?) sowie die unterschiedlichen Interessenhintergründe aufzeigen. So wird etwa in keinem Baustein hinreichend transparent, welche Probleme für (jugendliche) Verbraucher entstehen können, wenn sie die AGB nicht zur Kenntnis nehmen oder immer das gleiche leicht erschließbare Passwort verwenden. Auch die Notwendigkeit einer planvollen Haushaltsführung ist in der dritten Einheit am Ende nur sehr implizit im Rahmen einer eher schwer erschließbaren Aufgabe zur „Jahresbilanz“ thematisiert. Auch im Hinblick auf die Kohärenz von Material und Aufgaben sind erhebliche Schwachstellen zu benennen: Beispielsweise ist es nicht plausibel, warum Mietverträge und AGB vermischt werden. Auf diese Weise wird der Fokus auf die AGB (die im Zusammenhang mit EU weiten Richtlinien für Verbraucherschutz und Wettbewerbsrecht gesehen werden müssen) verwischt. Die wesentliche Erarbeitungsaufgabe in der ersten Vertretungsstunde besteht darin, „die zentrale Aussage“ aus acht kurzen ausschnitthaften Passagen unterschiedlicher Verträge „in eigenen Worten zu skizzieren“. Empfohlen wird die Nutzung der sogenannten „5-Schritt-Lesemethode“, die jedoch eigentlich für die Erschließung längerer komplexer Texte geeignet ist und darüber hinaus nicht korrekt und wenig handhabbar dargestellt wird. Hilfreicher wäre ein Fachbegriffe-Glossar als Übersetzungshilfe für die Schülerinnen und Schüler. Die ausschnitthaften und disparaten Vertragsinhalte werden im Anschluss ohne Systematik, Frageperspektive oder Kriterienbezug "zur Diskussion gestellt". Ein weiteres Arbeitsblatt mit einer umfassenderen „Checkliste“ zu den AGB, das eigentlich ein Erschließungsinstrument sein könnte, soll abschließend zur Überprüfung genutzt werden. Dies ist jedoch auf der Basis der Vertragsausschnitte nicht möglich bzw. sinnlos, sondern würde nur mit einem (exemplarischen) vollständigen AGB Text funktionieren. Die zweite Vertretungsstunde vermittelt eine (bekannte) Methode zur Entwicklung geeigneter Passwörter aus einem längeren einprägsamen Satz. Hier steht das Ausprobieren der Methode im Vordergrund, die rahmenden Aufgaben fordern die Schülerinnen sowohl zum Einstieg als auch zum Abschluss gleichermaßen dazu auf, über die Folgen ungeeigneter Passwörter „zu diskutieren“. Eine Lernprogression in Bezug auf den Problemkontext ist nicht angelegt. In der dritten Vertretungsstunde zum “Haushaltsbuch“ besteht die zentrale Aufgabe darin, die monatliche Ausgabenstruktur aus zwei Fällen in eine sogenannte Ausgabentabelle zu übertragen, wodurch der Ansatz einer Budgetplanung und Unterscheidungen zwischen festen und variablen Kosten vermittelt werden. Eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben ist in der Tabelle jedoch nicht angelegt. In der abschließenden Aufgabe soll eine Jahresbilanz zu den Einnahmen und Ausgaben "hypothetisch" aus den Fällen abgeleitet werden, ohne dass die Parameter (mögliche Ereignisse) in der Aufgabe genannt würden. Formal ist das Material übersichtlich und adressatengerecht gestaltet, sofern nur die Kopien der Arbeitsblätter und Infografiken in den Unterricht getragen werden. Würde mit der gesamten Broschüre gearbeitet (wozu der kostenfreie Bezug und die Farbgrafiken möglicherweise einladen), schlügen Layout und „Corporate Design“ des Unternehmens SCHUFA deutlich durch und es entstünde die nicht akzeptable Wirkung einer Werbebroschüre. Darüber hinaus zeigt sich ein Ungleichgewicht hinsichtlich des „professionellen“ Layouts einerseits und sprachlicher Ungenauigkeiten und Schwächen andererseits (z.B. wird im Plural abwechselnd AGB und AGBs verwendet, in einer Zielformulierung heißt es „stellen sie Hypothesen an“ etc.).
Erscheinungsjahr
2013
Autor/in
nicht benannt; verantwortlich: SCHUFA Holding AG; Konzeption und Umsetzung: Helliwood media & education
Reihe
SCHUFA macht Schule
Preis
ISBN
Materialformat