Title

Die Welt im Handy

Das Handbuch „Die Welt im Handy“ rückt den Alltagsgegenstand Mobiltelefon in einen neuen Kontext. Probleme und Herausforderungen einer globalisierten Welt werden am Beispiel des konkreten Produkts Handy exemplarisch thematisiert. Der Lebenszyklus eines Handys (Rohstoffabbau, Produktion, Verkauf, Handynutzung, Recycling), Transportwege, Arbeitsalltag und Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern und eigenes Nutzerverhalten sowie die Mit-Verantwortung als Konsument stehen im Fokus der inhaltlichen Auseinandersetzung.

Nach einem kurzen Vorwort zum Thema und allgemeinen Anmerkungen zum Globalen Lernen folgen 8 Übungen für die Unterrichtspraxis. Neben Organisationshinweisen und Anleitungen zum Ablauf enthalten diese Kopiervorlagen für die Schülerhand sowie auch mögliche Reflexionsfragen und Hinweise zur Nachbereitung. Eine kurze Link- und Quellenliste sowie ein Filmtipp ergänzen das Material.

Das Handbuch „Die Welt im Handy“ beinhaltet Sachinformationen, didaktische Hinweise für die Unterrichtspraxis und Materialien für die Schülerhand. Es richtet sich an Lernende der Sekundarstufe. In 8 Übungen weiten die Jugendlichen ihren Blick auf Globales Lernen am exemplarischen Lerngegenstand Handy. Eigenes Nutzerverhalten und die individuelle Verantwortung als Konsument in einer globalisierten Welt stehen im Fokus des Lernens. Das Material ist mit leichten Einschränkungen sowohl fachlich, als auch didaktisch-methodisch und formal-gestalterisch gelungen und empfehlenswert. Insbesondere die für die Verbraucherbildung maßgeblichen Kompetenzen (Wissen und Fertigkeiten sowie Handlungs-, Reflexions- und Urteilsfähigkeit) werden in den Übungen konsequent eingefordert und gestärkt.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Das Handbuch „Die Welt im Handy“ ist angelegt als Material für die Bildungsarbeit mit Sachinformationen, didaktisch-methodischen Hinweisen und konkreten Arbeitsaufträgen für die SchülerInnen. Es wurde im Rahmen des Südwind-Programms „Handeln für eine Welt“ entwickelt und soll die Lernenden für globale Zusammenhänge, Nachhaltigkeit, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen sensibilisieren. Der Fokus rund um den medialen Alltagsgegenstand Handy liegt in diesem Material nicht auf Medienkompetenz, sondern auf Problemen und Herausforderungen einer globalisierten Welt, welche sich am Produkt Mobiltelefon exemplarisch thematisieren lassen. Anknüpfend an den eigenen unmittelbaren und alltäglichen Erfahrungshorizont der Zielgruppe weitet sich der Blick der Lernenden auf globale Zusammenhänge in einer scheinbar fernen und fremden Welt. Der Lehrende findet konkrete didaktische Hinweise (Überblick, Unterrichtsziele, Übungsdauer, Platzanforderung, Gruppengröße, Altersgruppe, Materialien, Ablauf, Reflexion, Nachbereitung, Tipps) und die benötigten Kopiervorlagen für die SchülerInnen. Acht Übungen setzen verschiedenen Impulse bzw. Themenschwerpunkte hinsichtlich von Produktionsketten, Arbeitsbedingungen, Transportwegen, Nutzerverhalten und Konsumentenverantwortung. Der fachliche Inhalt des Materials ist sachrichtig und verständlich und berücksichtigt unterschiedliche fachliche Perspektiven. Die Lehrkraft findet sich schnell in die verschiedenen Themenbereiche ein und kann sich gezielt Hintergrundinformationen anlesen. Teilweise wären etwas ausführlichere Sachinformationen zu den insgesamt recht knapp gehaltenen Informationstexten wünschenswert, für interessierte Leser ermöglichen Verweise und Verlinkungen jedoch weiterführende Recherchen. Auf didaktisch-methodischer Ebene ist die Umsetzung der Kompetenzorientierung gelungen. Konsequent fordern die Übungen Handlungs-, Reflexions- und Urteilsfähigkeit der Lernenden ein und stärken diese für die Verbraucherbildung relevanten Kompetenzen. Methodenvielfalt wie das Reading Diary, Assoziationspfade oder das Handlungs-Spinnennetz regen zur kritischen Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten in einer globalisierten Welt an und bahnen ein verantwortungsbewusstes Konsumentenverhalten an. Für eine konsequente Schüleraktivierung wären Recherchetexte für die Schülerhand, Hinweise auf Sachbücher zum Thema sowie Anregungen für zu erstellende Handlungsprodukte noch zu ergänzen. Formal-gestalterisch würde das Material durch zusätzliche Bilder und eine nutzerfreundlichere Verknüpfung mit dem genannten Filmtipp noch ansprechender wirken, insgesamt ist aber auch diese Dimension gelungen. Das Material ist schlicht, aber schlüssig und stimmig strukturiert und präsentiert. Es ergibt sich eine insgesamt gute Empfehlung für den Einsatz des Materials an weiterführenden Schulen.