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Lebensmittel sind kostbar

Schulunterlagen für die Primarstufe

Das Material besteht aus fünf Unterrichtsvorschlägen, die für einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisieren sollen. Es ist im Rahmen der Initiative "Lebensmittel sind kostbar" des österreichischen Lebensministeriums entwickelt worden. Die Kinder lernen zunächst durch Ertasten und Verkosten verschiedene Lebensmittel kennen und ordnen sie den Lebensmittelgruppen zu. Sie gehen den Fragen nach, woher die Lebensmittel kommen, wie sie produziert werden, welche Gerichte sich zubereiten lassen und wie die Lebensmittel gelagert werden sollten. Intensiv beschäftigen sie sich mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Sie überlegen, wie und auf welchen Stufen der Wertschöpfungskette Lebensmittelabfälle vermieden/vermindert werden können.
Die Schülerinnen und Schüler ziehen selbst Pflanzen in der Schule und ernten und verkosten diese gemeinsam. Sie entwickeln Rezepte und tragen Ideen zur Resteverwertung zusammen. Sie lernen, wo die verschiedenen Lebensmittel im Haushalt am besten gelagert werden. Sie bereiten ein gemeinsames Schulfrühstück vor und stellen ein Kochbuch mit Rezepten zusammen. Für die Lehrenden stehen ausführliche Beschreibungen der möglichen Unterrichtsverläufe zur Verfügung, ergänzt um Quellenhinweise, Links auf Hintergrundinformationen sowie Anregungen für weitere Aktionen. Arbeitsblätter für die Schülerinnen und Schüler liegen ebenfalls vor.

Das Material besticht durch die hohe Handlungsorientierung. Durch eigenes Tun erfahren die Kinder, wie viel Mühe mit der Herstellung und Verarbeitung verbunden ist und nehmen die Verantwortung dafür an, Reste zu vermeiden und Lebensmittel so zu lagern, dass sie nicht so schnell verderben. Im Detail erscheinen die Unterrichtsvorschläge teilweise nicht ganz konsequent, der Lerngegenstand wird manchmal nicht differenziert genug betrachtet, manchmal werden auch zu viele Nebenaspekte angesprochen. Schade ist, dass den Schülerinnen und Schülern die Konsumziele "gesund", "saisonal" und "regional" als wünschenswert vorgegeben und nicht kontrovers diskutiert werden.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Gut
Methodik-Didaktik:
Gut
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Der Anspruch des Materials ist hoch: Die Schülerinnen und Schüler sollen für einen achtsamen Umgang mit Lebensmitteln sensibilisiert werden. Die gewählten Unterrichtsvorschläge können diesem Ziel durchaus gerecht werden. Durch die intensive Beschäftigung mit Lebensmitteln, sei es durch eigenes Pflanzen und Pflegen, durch Zubereitung von Speisen oder gemeinsames Verkosten, ergänzt um Überlegungen zur Lagerung und Resteverwertung, können die Kinder einen Bezug zu Lebensmitteln aufbauen. Die Vorzüge des Materials bestehen auch darin, dass die Kinder sich vielfältig mit ihren Erfahrungen und Ideen einbringen und die Unterrichtsgegenstände mitbestimmen können. Außerdem wird Nachhaltigkeit erreicht, indem jeden Monat das Thema anhand eines anderen, saisionalen Lebensmittels wieder aufgegriffen wird. Allerdings wird ein recht hohes und differenziertes Wissensniveau vorausgesetzt, bzw. muss vermittelt werden. Hierdurch kann die Gesamtzielsetzung aus den Augen verloren gehen. Andererseits sind sich zwangsläufig ergebende Aspekte (z. B.: Wie sind Lebensmittel weltweiter Herkunft zu beurteilen, die regional nicht angebaut werden können?) in den Unterrichtsvorschlägen nicht vorgesehen. Bei der Umsetzung der Unterrichtsvorschläge empfiehlt es sich, sich auf Lebensmittel und Gerichte zu begrenzen, die in der Lebenswelt und im Handlungsspielraum der Kinder in Bezug auf Einkauf, Lagerung, Zubereitung und Resteverwertung eine größere Rolle spielen, beispielsweise, indem das vorhandene Thema "Pausenfrühstück" stringenter verfolgt wird. Schade ist, dass den Schülerinnen und Schülern die Konsumziele "gesund", "saisonal" und "regional" als wünschenswert vorgegeben und nicht kontrovers diskutiert werden.