Datum: 01.11.2019

Bundesschülerkonferenz: Aktionstage für mehr Alltagskompetenz

Jugendliche mit Zukunftstagen auf das Leben nach der Schule vorbereiten

(c) falco/pixabay.com - CC0 Public Domain 

Versicherungen, Altersvorsorge, Mietvertrag, Steuererklärung – es sind die gewöhnlichen Herausforderungen des Alltags, auf die sich die Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend vorbereitet fühlen. Die Bundesschülerkonferenz (BSK) will dies nun laut Medienberichten ändern und 2020 bundesweit Zukunftstage an Schulen organisieren.

Immer wieder fordern Vertreter aus Politik und Wirtschaft, aber auch Schülerinnen und Schüler, dass Schulen Alltagskompetenzen vermitteln sollen, um junge Menschen auch ganz praktisch auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Baden-Württemberg hat zu diesem Zweck mit dem Bildungsplan 2016 die Leitperspektive Verbraucherbildung verabschiedet. Zudem wurde im Schuljahr 2018/2019 das Fach „Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung“ eingeführt. Letzteres reiche jedoch noch nicht aus, um die Wissenslücke zu schließen, zitiert die Stuttgarter Zeitung den Vorsitzenden des Landesschülerbeirats Leandro Cerqueira Kast. Er befürwortet es daher, auch im eigenen Bundesland einen Zukunftstag durchzuführen.

Regionale Experten

Das Konzept des Zukunftstags stammt von der „Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung“ aus Kassel, einem Verein zweier Wirtschaftswissenschaftsstudenten, den sie schon zu Schulzeiten gegründet haben. Ähnlich einem Projekttag besuchen Schülerinnen und Schüler an diesem Tag Workshops zu den Themen Steuern, Finanzen, Immobilien und Krankenkassen. Als Referenten kommen regionale Expertinnen und Experten zum Einsatz.

Die BSK hat bei ihrer Tagung in Pforzheim am vergangenen Wochenende nun beschlossen, mit der Initiative zu kooperieren. Geplant ist, 2020 an rund 500 Schulen in Deutschland einen Zukunftstag zu organisieren. Ziel sei es, eine Lücke im Bildungssystem zu schließen, so der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz Usamah Hammoud. Langfristig will die BSK jedoch erreichen, dass die Landesregierungen diesen Themen mehr Beachtung schenken. Das unterstützt den Beschluss der Kultusministerkonferenz "Verbraucherbildung an Schulen" von 2013, in dem die Integration von Konsum- und Alltagsthemen im Unterricht festgehalten steht. Verbraucherschützer mahnen die Umsetzung des Beschlusses und die dafür notwendige Qualifizierung von Lehrkräften seit Jahren an.

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