Datum: 17.02.2020

Lebensmittel wieder wertschätzen: Schüler bauen eigenes Gemüse an

Das Projekt GemüseAckerdemie wird ausgezeichnet

Die Ackerschule der GemüseAckerdemie. Foto: Katharina Kuehnel /Ackerdemia

Quelle: In dem einjährigen Projekt AckerSchule der GemüseAckerdemie bauen Schülerinnen und Schüler verschiedene Gemüsesorten selbst an - zum Beispiel Kartoffeln. Foto: Katharina Kuehnel / Ackerdemia

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung hat Ende letzten Jahres erneut die „Transformationsprojekte Nachhaltigkeit 2019“ ausgezeichnet. Unter den vier Gewinnern ist erneut der Potsdamer Verein Ackerdemia e.V. mit dem Projekt „GemüseAckerdemie“. Auch einige der nun ausgezeichneten Verbraucherschulen haben sich bereits zu AckerSchulen oder zu Gemüse-Klassen ausbilden lassen.

Sehen, wie das selbst gesäte Gemüse langsam wächst und gedeiht, das ist ein ganz besonderes Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Büchen haben sich im vergangenen Jahr auf knapp 100 Quadratmetern beispielsweise um Möhren, Kartoffeln, Salatköpfe und Radieschen gekümmert. Einmal wöchentlich sind sie im Rahmen des Sachunterrichts mit Gummistiefeln und Gießkannen ausgestattet auf ihren Acker gestapft, um in den zwölf Beeten nach dem Rechten zu sehen.

„Durch die Übernahme der Verantwortung für den Acker entwickeln die Schülerinnen und Schüler Wertschätzung für die Natur und Lebensmittel“, sagt Schulleiterin Roswitha Neuroth. Deshalb hat sie sich dafür entschieden, mit der GemüseAckerdemie zusammenzuarbeiten. Seit dem Schuljahr 2018/2019 ist die Grundschule offiziell eine „AckerSchule“. „Das passt gut in unser Ernährungskonzept als Verbraucherschule in Gold“, so Neuroth gegenüber der Online-Zeitung NOZ-News.

Gegen die Verschwendung

Der Verein Ackerdemia e.V. wurde 2014 mit dem Ziel gegründet, Kindern ganz praktisch zu vermitteln, woher ihre Lebensmittel eigentlich kommen. „Es ist ein Problem, wenn wir den Kontakt zur Natur verlieren. So bekommen vor allem Kinder schnell den Eindruck, dass die Natur unwichtig ist für uns“, sagt Gründer Christoph Schmitz und verweist dabei zugleich auf ein aktuelles Problem in der Gesellschaft: Über 30 Prozent der Lebensmittel landen in Deutschland im Müll – bei Obst und Gemüse dürfte der Prozentsatz sogar noch höher sein.

Auf der Homepage von Ackerdemia heißt es wörtlich: „Wir wollen mehr Wissen über Naturzusammenhänge, Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft verbreiten sowie eine gesunde Ernährungsweise und nachhaltigen Konsum fördern.“ Dazu arbeitet der Verein intensiv mit Kitas und Grundschulen zusammen. Für Schulen gibt es zwei Möglichkeiten, an dem Bildungsprogramm teilzunehmen: Sie können sich für das ganzjährige Programm „AckerSchule“ anmelden oder für das 20-wöchige Indoor-Programm „GemüseKlasse“, bei dem die Schule keinen eigenen Acker braucht, sondern die Schülerinnen und Schüler in Hochbeeten direkt im Klassenzimmer ihr eigenen Gemüse anbauen.

Auszeichnung vom Rat für Nachhaltige Entwicklung

„Allein 2019 haben über 20.000 Kinder an mehr als 500 Standorten bundesweit mit der Gemüse-Ackerdemie gesät und gepflanzt, gewässert und gehackt, geerntet und geputzt. Alles nach ökologischen Kriterien“, schreibt der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) auf seiner Internetseite. Dafür wurde das Projekt vom RNE als „Transformationprojekt Nachhaltigkeit 2019“ ausgezeichnet.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden das Projekt „Green Film Shooting“ aus Hamburg, „WEtell – Mobilfunk geht auch nachhaltig aus Freiburg sowie „Labdoo.org – IT-Spenden für Bildung weltweit statt Elektroschrott“ aus Mühlheim (an der Ruhr). Die Bewerbungsphase für die Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit 2020“ ist gestartet und geht noch bis zum 23. März.

 

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