Unterrichtsmaterial: Kleines Einkommen - K(l)eine Wohnung?

Rollenspiel zum Thema Armut und Wohnen in der 5. Klasse

Unterrichtsmaterial: Kleines Einkommen - K(l)eine Wohnung?

Rollenspiel zum Thema Armut und Wohnen in der 5. Klasse

Auf einer Balkenwaage liegen zwei Bälle, die sie ins Ungleichgewicht bringen.

Quelle: konsumentenfragen.at

Herausgeber
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich (BMASGPK)
Materialformat
PDF Datei(en)
Zielgruppe

Mittelstufe

Inhalt und Kurzbewertung

Wohnen stellt ein grundlegendes Menschenrecht dar. Ohne Wohnung bzw. mit einer kleinen Wohnung müssen die Haushaltsmitglieder ihre jeweiligen Bedürfnisse auf die Verhältnisse hin anpassen. Dieser Problemstellung widmet sich die Unterrichtseinheit "Kleines Einkommen - k(l)eine Wohnung?" für die Sekundarstufe I (Klasse 5). Sie soll Lernenden in den Fächern Deutsch, Geographie, wirtschaftlicher Bildung und Mathematik verdeutlichen, welche Unterschiede es in der Wohnsituation von Kindern und Jugendlichen gibt, und welche Auswirkungen sich auf deren Lebensqualität und Chancengleichheit ergeben.

Die Schüler:innen lernen die Situation der fiktiven Familie Oberreiter kennen, die auf der Suche nach einer größeren Wohnung ist, und sollen eine finanzierbare Wohnung für die Familie finden. Dabei sind sie sowohl mit der Bezahlbarkeit als auch mit der Einrichtung der Räume konfrontiert. Außerdem planen sie in einem Rollenspiel die Geburtstagsfeier der ältesten Tochter in einer 52m² große Wohnung. So wird die Frage aufgeworfen, ob und wie die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse aller Familienmitglieder in einer kleinen Wohnung berücksichtigt werden können.

Das Unterrichtsmodul ist für den österreichischen Unterricht entwickelt worden und kann in drei Unterrichtsstunden behandelt werden. Geplant sind maximal 150 Minuten. Für deutsche Verhältnisse müsste es dementsprechend zum einen zeitlich angepasst werden, andererseits sind auch die statistischen Materialien auf die deutschen Verhältnisse zu übertragen. Diese sind so nicht einfach im Unterricht einzusetzen. 

Durch die eingesetzten Methoden kann es den Lernenden aber gelingen, sich ein Verständnis für die Schwierigkeiten des Wohnen und Lebens unter prekären Bedingungen zu erarbeiten.

Das Unterrichtsmodul "Kleines Einkommen - k(l)eine Wohnung?" ist Teil der Armutskonferenz des Österreichischen Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Insgesamt umfasst die Armutskonferenz neben dem Thema Wohnen noch die Themen Migration, Messung, Klima, Kinder, Bildung, Ernährung und Gesundheit.

Bewertung im Detail

Gesamtbewertung
Gut
Inhalt
Gut

Kurzbewertung Inhalt

Der Inhalt der Unterrichtseinheit regt zur Diskussion an, zumal mit dem Thema Wohnen eines der wichtigsten sozialen Zukunftsthemen angesprochen wird. Die Materialien verdeutlichen Schüler:innen, was es heißt, unter prekären Wohnverhältnissen aufzuwachsen. Es wird ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Wohnsituation hergestellt, der seinerseits die ökonomischen, sozialen und individuellen Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen beeinflussen kann. Diesen Themen wird der Unterrichtsablauf mit den Phasen Einstieg, Erarbeitung, Sicherung und Übung gerecht. Zu jeder dieser Phasen gibt es Bildungsziele sowie Materialien und Medien.

Sachrichtigkeit
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Der Lerngegenstand wird sachlich richtig dargestellt und bietet ausreichend Potenzial für eine tiefergehende Auseinandersetzung. Die fachliche Perspektive wird nicht verengt, sondern auf Fragen des Rechts, der Politik, der Ethik, der Digitalisierung, der Ökonomie, u.v.a.m. ausgedehnt. Die Beispiele und Quellen sind relevant, realistisch und korrekt benannt sowie geeignet, um Kenntnisse über übergeordnete Strukturen zu erlangen.

Kontroversität
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material ist nicht einseitig und der Lerngegenstand wird nicht als gegeben, sondern als gewachsen und prinzipiell gestaltbar dargestellt. Unterschiedliche fachliche und normative Perspektiven werden verdeutlicht, lassen sich zueinander in Beziehung setzen und regen zur Diskussion/ kritischen Auseinandersetzung an. Das Material regt zu einer eigenständigen Urteilsbildung an.

Wertediskurs
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material stellt Fragen nach Werten und Gestaltungsmöglichkeiten in einen gesellschaftlichen (und je nach Lerngegenstand verbraucherpolitischen) Kontext. Thematisiert werden z.B. Bedingungen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit und digitaler Lebenswelten, die Nachhaltigkeit von Ressourcen sowie die im Grundgesetz verankerten Prinzipien von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Einflussnahme
3

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material beinhaltet keine (versteckte) Werbung für Produkte, Software, Unternehmen, Parteien oder wissenschaftliche und politische Richtungen – auch nicht durch affiliated Links. Ebenso unzulässig sind vermeintliche Sachzwänge oder unzureichend begründete Argumentationen für oder gegen bestimmte Positionen.

Didaktik
Sehr gut

Kurzbewertung Didaktik

Die Schüler:innen sollen mit dem Unterrichtsmodul den Zusammenhang zwischen Wohnen und sozialer Teilhabe erkennen, Wohnrealitäten kennenlernen, mögliche Handlungsalternativen erarbeiten, Grafiken zu Wohnungspreisen, Einkommen und Sozialleistungen interpretieren und die Folgen von geringer Wohnfläche für Kinder und Jugendliche kennenlernen. Als Methoden kommen bei dem Unterrichtsmodul Einzel- und Gruppenarbeit, Plenumsdiskussion und Rollenspiel zum Einsatz. Videos, Vorlagen zum Ausschneiden, Infografiken, Rollenkärtchen für das Rollenspiel und fiktive Instagram-Einträge kommen zum Einsatz. Der Unterrichtsvorschlag hat eine hohe Lebensweltorientierung und ist didaktisch sehr gelungen.

Subjektorientierung
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Zugänge zum Lerngegenstand sind so gestaltet, dass sich möglichst viele Schüler:innen angesprochen fühlen. Die Materialien bieten Ansätze für freie Arbeitsformen und ermöglichen grundlegend individuelle Lernwege. Die Lernenden stehen im Mittelpunkt des didaktisch-methodi­schen Arrangements. Fragen, Sichtweisen, Aufgaben etc. berücksichtigen die Heterogenität der Lernenden (d.h. z.B. untersch. soziokulturellen Hintergründe werden berücksichtigt).

Lebensweltorientierung
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Erfahrungen und Interessen von Schüler:innen werden systematisch und nicht nur exemplarisch aufgenom­men. Die Materialien ermöglichen es ihnen, eigene Bezüge und Bewertungen zum Lerngegen-stand herzustellen. Sie erhalten Raum und Zeit für eigenständige Bezüge und werden in Arbeitsaufgaben aktiv aufgefordert, sich damit im Unterricht auseinanderzusetzen. Die Beispiele des Materials greifen die Pluralität der Lebensformen auf.

Handlungsorientierung
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material sieht eigene Erfahrungen der Lernenden durch Phasen der Erprobung, Anwendung und insbesondere Reflexion vor. Handlungen können Ausgangs- und Zielpunkt von Unterricht sein und sollten die Anwendung, Vertiefung und/ oder Übertragung neuen Wissens fördern. Reale (d.h. auch außerunterrichtliche) Erfahrungen werden ermöglicht oder angebahnt.

Kompetenzorientierung
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Lernziele des Materials sind kompetenzorientiert und werden durch das Material gefördert. Die Ziele umfassen die für die Verbraucherbildung maßgeblichen Kompetenzen (insb. Wissen und Fertigkeiten wie die entsprechenden Sach-, Methoden-, Reflexions-, Handlungs- und Urteilskompeten-zen). Die Kompetenzorientierung ist weder einseitig anwendungs- noch ausschließlich wissensbezogen.

Methodenorientierung
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die im Material enthaltenen (digitalen) Methoden, Lern- und Arbeitstechniken sind vielfältig, sinnstiftend und zielführend. Sie können lerngruppengerecht ausgestaltet werden, unterstützen individuelle Lernprozesse ebenso wie kooperative Arbeitsweisen. Methoden und Sozialformen werden mit Bezug zu den in den Materialien vorgegebenen Lehr- und Lernzielen vorgeschlagen. Das Material enthält begleitende Erläuterungen für Lehrkräfte, die eine tragfähige Hilfestellung darstellen.

Arbeitsaufträge
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die Arbeitsaufträge sind zur Erschließung des Lerngegenstandes geeignet, vielseitig und erlauben eine gezielte Binnendifferenzierung. Arbeitsaufträge in digitalen Materialien sind so gestaltet, dass Lernende eigenständig Lernfortschritte machen und nachvollziehen können, ohne dass pädagogische Entscheidungen durch Algorithmen getroffen werden. Es sind Arbeitsaufträge zur Förderung der Medienkompetenzen wie Recherche, sicheren Umgang mit Daten u.v.m. vorhanden.

Gestaltung
Gut

Kurzbewertung Gestaltung

Die vorliegenden Materialien sind strukturiert und ansprechend gestaltet in unveränderbaren PDF-Dateien. Videos, Infografiken und fiktive Instagram-Einträge sind eingearbeitet. Sie lassen sich jedoch nicht ohne weiteres in den Unterricht integrieren. Es braucht sowohl für Österreich als auch für Deutschland Vorkenntnisse zur Wohnsituation und deren Einfluss auf die ökonomische, soziale und individuelle Lage von Kindern und Jugendlichen. Zusätzliche Hintergrundinformationen zu Wohnungsknappheit und Wohnkostenentwicklung in den zurückliegenden Jahren wären hilfreich. Einzelne Teilbereiche aus der Unterrichtseinheit könnten modular genutzt werden, z. B. die Planung einer finanzierbaren Wohnung oder das Rollenspiel.

Gestaltung
5

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die formale Gestaltung des Materials entspricht dem Lerngegenstand und dem didaktischen Konzept. Sie erfolgt altersgerecht, ohne zu eng auf eine einzelne Zielgruppe zugeschnitten zu sein und erleichtert das Lernen. Die formalen Aspekte des Layouts machen sich „unsichtbar“ und sind intuitiv nutzbar. Auf unnötige Effekte wird verzichtet, so dass das Material nicht überladen, sondern strukturiert und ansprechend wirkt.

(Audio-)visuelle Elemente
4

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Die (audio-) visuellen Elemente leisten spezifische formatabhängige Beiträge zur Erschließung und Anschaulichkeit des Lerngegenstandes. Grafiken, Tabellen, Fotos, Bilder und Illustrationen sind selbsterklärend und mit erkennbarem Bezug zum jeweiligen Themenfeld eingesetzt. Audiovisuelle Formate sind nicht zu lang und in einer möglichst einheitlichen Ästhetik und Struktur gestaltet. Ihre Verständlichkeit ist durch Tempo, Qualität und Kombination von Bild und Ton sichergestellt. Elemente der Augmented oder Virtual Reality funktionieren technisch einwandfrei, mit angemessener Ladezeit und sind intuitiv bedienbar.

Struktur
3

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material weist eine schlüssige Unterteilung auf, sodass der Aufbau auch für die Lernenden nachvollziehbar und ein kumulativer Lernprozess sowie didaktische Anpassungen möglich sind. Die Verwendung von Schrift, grafischen und audiovisuellen Elementen unterstützt die inhaltliche Struktur des Materials in sinnvoller Weise. Bei digitalen Materialien ist die Benutzerführung intuitiv und durchgängig identisch aufgebaut. Die Lehrenden und Lernenden sind an jeder Stelle des Lernprozesses gut orientiert.

Verwendbarkeit
4

Um in diesem Kriterium die volle Punktzahl 5 zu erhalten, muss das Material die folgenden Anforderungen erfüllen:
Das Material ist leicht auffindbar, mit geringem technischen Aufwand und auch mit reduzierter Internetbandbreite nutzbar. Ein Download von spezieller Software oder eine Registrierung sind bestenfalls nicht erforderlich. Das Material kann auch auszugsweise im Unterricht genutzt werden. Besonders hervorzuheben sind offene Lizenzen, die weitreichend einsetz- und veränderbar sind. Bei schriftlichen Materialien wird die Vervielfältigung durch ein auch in Schwarz-Weiß-Tönen gut lesbares Layout ermöglicht.

Die inklusive und barrierefreie Konzeption von Unterrichtsmaterial ermöglicht Teilhabe. Wir möchten dazu beitragen, dass mehr Lernmaterialien inklusiv konzipiert werden und bilden dies daher in unseren Gutachten ab. So unterstützen wir Lehrende bei der Einschätzung, welches Material sich für welche Zielgruppen nutzen lässt.

Schriftart und –größe, Farben und Kontraste sowie die Linksbündigkeit unterstützen die Lesbarkeit.
Videos enthalten inhaltlich passende und synchrone Untertitel.
Videos, Audios und Animationen sind abschaltbar bzw. durch Nutzer:innen steuerbar.
Die zentralen Inhaltselemente sind mit der Tastatur bedienbar.

Informationen zum Material auf einen Blick

Herausgeber

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz Österreich (BMASGPK)

Das österreichische Sozialministerium (BMAS) betreibt mit konsumentenfragen.at ein zentrales Portal für Verbraucher:innenbildung, das umfassende Informationen zu Konsumentenrechten sowie anwendungsfertige Unterrichtsmaterialien für Kindergarten bis Sekundarstufe bereitstellt. Lehrkräfte finden dort vielfältige Bildungsangebote wie Finanzbildungs‑Unterlagen, Workshops, Elternhefte und regelmäßig aktualisierte Materialien zu digitalen, wirtschaftlichen und alltagsrelevanten Konsumthemen. Als Teil eines Bundesministeriums wird das Angebot aus öffentlichen Mitteln finanziert und verfolgt den Auftrag, Verbraucherinformation und -bildung staatlich gesichert bereitzustellen. Ziel seiner Bildungsarbeit ist die Förderung von Chancengleichheit, sozialer Teilhabe und Gesundheit durch Information und Aufklärung in seinen Zuständigkeitsbereichen.

Metadaten

Autor:in
Hans-Peter Gottein und Marcel Vorage
Materialformat
PDF Datei(en)
Erscheinungsjahr
2023
Preis
Kostenlos
Zielgruppe

Mittelstufe

Fachbezug
Fächerübergreifend
Gesellschaftswissenschaften
Sachunterricht
Verbraucherbildung