Datum: 29.09.2021

„Deutschland rettet Lebensmittel“: Aktionen für Schulen

Obst und Gemüse stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmittel“, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vom 29. September bis 6. Oktober 2021 zum zweiten Mal ausruft. Sie findet im Rahmen der bundesweiten „Zu gut für die Tonne“-Strategie statt und soll gegen Verschwendung und für mehr Wertschätzung von Nahrungsmitteln mobil machen. Dabei sollen schon die Jüngsten lernen, welche Ursachen und Auswirkungen unnötige Lebensmittelabfälle haben.

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Insgesamt rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel landeten laut BMEL 2015 im Müll. Etwas mehr als die Hälfte der Abfälle entstanden in Privathaushalten. Obst und Gemüse wurden am häufigsten weggeworfen. Sie machten 34 Prozent der Haushaltsabfälle aus.

„Eine der Hauptursachen für Lebensmittelverschwendung ist falsche Lagerung“, erklärt Sonja Pannenbecker, Referentin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Bremen. Sie koordiniert die Aktivitäten der Verbraucherzentralen zur Gemeinschaftsaktion „Deutschland rettet Lebensmittel“, darunter auch ein neuer Online-Kurs, den Schulen ab sofort buchen können. Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse lernen darin nach einem Life-Vortrag zum Beispiel anhand eines interaktiven Spiels, wie sie Lebensmittel „retten“ können, indem sie sie richtig im Kühlschrank einsortieren und Obst und Gemüse so lagern, dass es möglichst lange frisch bleibt. Interessenten an dem Online-Kurs können sich an die Verbraucherzentrale ihres Bundeslandes wenden (Standortsuche).

Niedrigschwelliges Einstiegsthema

„Das Thema Lebensmittelverschwendung ist ein toller Einstieg in das Themenfeld nachhaltiger Konsum“, ist Pannenbecker überzeugt. „Die Kinder und Jugendlichen interessieren sich dafür, denn es ist lebensnah und lässt sich in fast allen Fächern unterbringen.“ Ob es um Politik, Wirtschaft, Geschichte und Naturwissenschaften geht oder um Ethik, Religion und Kunst: Der eigene Umgang mit Nahrungsmitteln biete zahlreiche Anknüpfungspunkte, so die Ernährungswissenschaftlerin weiter. Zudem sei der sparsame Umgang mit Nahrungsmitteln in allen großen Religionen verankert und auch unter kulturellen Gesichtspunkten ein guter Lernanlass, der sich ganz aktiv im Alltag erleben lässt.

Auch ein genauer Blick in die Schulkantine lasse rasch Bewusstsein dafür wecken, dass Essensreste Geld und Ressourcen kosten, erklärt Pannenbecker. Wird beispielsweise durch gute Planung und richtiges Verhalten weniger verschwendet, kann die Schule mehr in gutes Essen investieren. So ließen sich schnell Ergebnisse erzielen und gemeinsam mit den Schüler:innnen neue Ideen entwickeln und umsetzen.

„Die Jugendlichen werden irgendwann einen eigenen Haushalt führen und erkennen schnell, wie wichtig das Thema ist und dass jeder Einfluss auf das eigene Verhalten hat“, so Pannenbecker.

Weitere Materialien und Angebote

Neben den Angeboten anlässlich der Aktionswoche bieten die Verbraucherzentralen zahlreiche weitere Materialien und Vorträge für Schulgruppen jeder Altersklasse. So zum Beispiel die gemeinsam mit der Universität Paderborn entwickelte Unterrichtsreihe „Gib acht“  oder die „Ess-Kult-Tour“, ein Parcours mit acht Stationen rund um Ernährung und Lebensmittel. Schülerinnen und Schüler gehen dabei unter anderem auf Spurensuche nach Zutaten, Zusatzstoffen und Nährwerten, finden auf spielerische Weise heraus, welcher „Ess-Typ“ sie sind, erstellen eine Ökobilanz für verschiedene Lebensmittel und bereiten ein eigenes Gericht zu. Im achten Teil der Reihe, lernen sie, wie sie zum „Lebensmittelretter“ werden können.

Gut kombinieren mit den Angeboten der Aktionswoche „Deutschland rettet Lebensmitteln“ ließe sich auch die Ernteaktion „Gelbes Band“, empfiehlt Sonja Pannenbecker. Passend zum Jahresthema Obst und Gemüse dürfen hier mit gelben Bändern markierte Streuobstwiesen abgeerntet werden. Die Standorte sind auf einer interaktiven Karte zu finden – eine gute Gelegenheit für einen Ausflug mit der Klasse.

Materialien zum Artikel

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Ernährung

Ess-Kult-Tour

Der modular nutzbare Parcours dient der Auseinandersetzung mit Lebensmitteln, Werbung und dem eigenen Essverhalten. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen ab der 7. Klasse bis zum Berufsgrundschuljahr die ernährungsbezogene Konsumkompetenz zu stärken.
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