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Den eigenen Körper kennen lernen und gesund leben

Ernährung, Bewegung, Gewalt und Suchtvorbeugung - das Programm „Klasse 2000" bringt diese Themen in die Grundschulen hinein. (c) jill111 - pixabay - CC0 Public Domain

Ernährung, Bewegung, Gewalt und Suchtvorbeugung - das Programm „Klasse 2000" bringt diese Themen in die Grundschulen hinein. (c) jill111 - pixabay - CC0 Public Domain

27.11.2017

Das Programm "Klasse 2000"

In der Grundschule kann man noch alle Kinder erreichen – und man kann sie begleiten in einer wichtigen Phase ihrer Entwicklung. Deshalb setzt dort beispielsweise das Programm „Klasse 2000“ an, damit kleine Kinder gesund groß werden.

Die Meldungen häufen sind: Übergewicht wird zum Problem, Bewegungsmangel sowie Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern nehmen zu. Dabei sind die Themenfelder Gesundheitsförderung und Prävention in den Lehrplänen aller Bundesländer verankert. Die Herausforderung ist es, Kinder auch wirklich zu erreichen. Das Programm „Klasse 2000“ möchte deshalb nach eigenen Angaben nicht mit „erhobenem Zeigefinger“ daherkommt, sondern die Kinder viel selbst ausprobieren lassen, mit ihnen experimentieren und spielerisch Wissen vermitteln.

Bei „Klasse 2000“ geht es um Ernährung, Bewegung, Gewalt und Suchtvorbeugung. In dem Programm werden Fragen aufgeworfen, die Kinder in der Grundschule schon beschäftigen: Wie funktionieren eigentlich Atmung, Herz und Verdauung? Was braucht das Gehirn, um gut lernen zu können? Wie gehe ich mit Stress um? „Klasse 2000“ begleitet Kinder in der Regel von der ersten bis zur vierten Klasse und setzt dabei auf die Zusammenarbeit von Lehrkräften und externen Gesundheitsförderern. Die durch das Programm geschulten Honorarkräfte mit Hintergrund im Bereich Gesundheit oder Pädagogik führen neue Themen in einer Klasse ein, die die Klassenlehrer dann im Nachhinein vertiefen können. Dafür gibt es entsprechende Unterrichtvorschläge und Materialien.

Circa fünf Unterrichtseinheiten werden pro Schuljahr eingeplant. Die übergeordneten Themenfelder lauten: Gesund essen und trinken, bewegen und entspannen, sich selbst mögen und Freunde haben, Problem und Konflikte lösen, kritisch denken und nein sagen.

Evaluation des Programms

Evaluationsstudien konnten nachweisen, dass sich das Programm positiv und nachhaltig auf Stress, Selbstwertgefühl und präventiv auf Zigaretten- und Alkoholkonsum auswirkt, wie das Bundeszentrum für Ernährung berichtet. „Eine Studie der Universität Bielefeld überprüfte nun die Wirkung auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten von Kindern“, heißt es außerdem in dem Bericht. Dafür wurden Eltern, Kinder und Lehrkräfte mehrmals befragt, sodass eine umfangreiche Datenlage vorhanden war. Verglichen wurde eine Klasse2000-Gruppe mit einer Kontrollgruppe. Es zeigte sich, dass sich in der Klasse2000-Gruppe beispielsweise der Wasserkonsum pro Tag verbesserte und der Konsum von Fast Food altersbedingt weniger stark stieg als in der Kontrollgruppe. Beim Limonadenkonsum allerdings zeigt sich – anders als in der Elternbefragung – ein unerwarteter Effekt: Der Anteil der Kinder, die sich hier verschlechtert haben, ist in der Klasse2000-Gruppe stärker gestiegen. „Das Klasse2000-Programm wird deshalb in diesem Punkt überprüft und angepasst“, so das Bundeszentrum für Ernährung.

Das Programm wird über Spenden und Fördergelder finanziert, vor allem über Patenschaften für einzelne Klassen. Um bei „Klasse 2000“ mitmachen zu können, benötigt jede Klasse einen Paten, der die Teilnahme mit einer Spende in Höhe von 220 Euro (pro Schuljahr) ermöglicht.

Weitere Projekte zur Gesundheitsförderung in Schulen

Bundeslandspezifisch gibt es zahlreiche weitere Angebote, die Ernährung, Gesundheit und Prävention an Schulen unterstützen. Die Datenbanken des Deutschen Bildungsservers können dazu einen ersten Einstieg liefern. Krankenkassen bieten vielerorts ebenfalls Präventionsangebote für Schulklassen. Für Schulen, die sich Ihr Engagement zertifizieren lassen wollen, ist das von der Landesvereinigung für Gesundheit Sachsen-Anhalt gestartete "Audit Gesunde Schule" im Angebot. Und natürlich kann ein schulweites Programm zur Gesundheitsförderung auch ein Bestandteil der Qualifizierung zur "Verbraucherschule" sein.