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„Goodbye Hotel Mama“: Schülerinnen und Schüler planen ihre Klassenfahrt selber

© pixabay - Pexels - CC0 Public Domain

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27.02.2020

Projektorientiertes Lernen

Was braucht man alles für eine viertägige Klassenfahrt? Was muss eingekauft werden, wie viel Budget steht zur Verfügung, was muss vorab organisiert werden? Im Zuge des Projekts „Goodbye Hotel Mama“ lernen die Schülerinnen und Schüler der Fritjof-Nansen-Schule ganz praktisch, was Eigenständigkeit bedeutet.

Auf das Leben vorbereiten – dieses Ziel hat sich wohl jede Schule auf die Fahnen geschrieben. Aber wie gelingt das konkret? Die Fridtjof-Nansen-Schule in Flensburg hat einen ganz eigenen Weg dafür gewählt und das Fach „Projektorientiertes Lernen“ (POL) eingeführt. In diesem Rahmen werden ganz lebensnahe Fragen beantwortet, zum Beispiel auch „Wie teile ich mein Geld sinnvoll ein?“, „Wie führe ich einen Haushalt“ oder auch „Wie geht eine Steuererklärung und welche Versicherungen brauche ich?“ Dafür stehen in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 jeweils zwei Stunden pro Woche zur Verfügung.

Hinzu kommen außerdem die drei sogenannten Vorhabenwochen, die jedes Jahr an der Fritjof-Nansen-Schule stattfinden. „Jeder Jahrgang bestimmt die Themen für seine Vorhaben selber, die sich damit gezielter an den unterrichtlichen Inhalten, der außerschulischen Wirklichkeit und vor allem den Interessen der Kinder und Jugendlichen orientieren können. Die Kinder und Jugendlichen lernen nachhaltig die Planung, Durchführung und Präsentation von Projekten“, heißt es in dem pädagogischen Konzept der Schule mit dem Titel „Lernen lernen“.

Die Vorhabenwoche „Goodbye Hotel Mama“

Für ihre dritte Vorhabenwoche stand für die Siebtklässlerinnen und Siebtklässler im vergangenen Mai das selbstständige Planen einer Klassenfahrt inklusive Haushaltsführung und Budgetplanung auf dem Programm. Unter dem Motto „Goodbye Hotel Mama“ entschieden sich die Jugendlichen, eine Klassenfahrt mit dem Fahrrad in das Feriendorf Golsmaas an der Ostsee zu organisieren. Im Gepäck: Neben Strandsachen auch Putzzeug, Lebensmittel und Flickzeug.

„Gestartet wurde in Kleingruppen. Jede Kleingruppe bekam eine Wegbeschreibung sowie ein Erste-Hilfe-Täschchen und machte sich dann auf den knapp 40 km langen Weg zu den Selbstverpflegungshäusern nach Golsmaas“, so beschreiben es die Schüler in einem Artikel über die Fahrt. Vor Ort kamen dann einige Herausforderungen auf die einzelnen Gruppen zu. Diskutiert wurde über Koch- und Putzpläne, über die Ausgaben für die Lebensmittel und die Freizeitorganisation. Auch die Lehrkräfte wurden während dieser Klassenfahrt abwechselnd von den Kleingruppen bekocht und mussten entsprechend eingeplant werden. Das Fazit: „Auch wenn der Hin- und Rückweg mit dem Fahrrad sehr anstrengend war, hat ihnen die Selbstständigkeit sehr gut gefallen. Sie haben aber auch lernen müssen, dass der Haushalt und alles was damit in Verbindung steht, wie Einkaufen, Kochen oder Putzen sich nicht von alleine machen lässt.“

Für das Konzept des Projektorientierten Lernens und ihre vielfältigen Aktivitäten rund um das Thema Verbraucherbildung wurde die Fridtjof-Nansen-Schule Anfang Februar als „Verbraucherschule Gold“ ausgezeichnet.

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