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Serena Supergreen

„Serena Supergreen und der abgebrochene Flügel“ ist ein kostenloses Spiel zur Berufsorientierung im Bereich „Erneuerbare Energien“. Die Protagonistin Serena muss laut Spielanbieter eine Reihe „technische[r] Aufgaben lösen, mit denen eine Elektronikerin, Fachinformatikerin oder Mechanikerin im Arbeitsfeld Erneuerbare Energien zu tun hat. Im Vordergrund des Spiels stehen aber die Abenteuer von Serena und ihren Freundinnen. Mehr technisches Können ist sozusagen die unerwartete „Nebenwirkung“ des Spiels.“ Das Spiel richtet sich explizit an Mädchen und junge Frauen. Auf der Website, die unter den Adressen http://serenasupergreen.de und http://serena.thegoodevil.com/ zu finden ist, wird es als „Abenteuerspiel“ beworben, dass es auch kostenlos für mobile iOS und Android Endgeräte gibt. Des Weiteren kann das Spiel auf einem kostenlosen USB-Stick beim Wissenschaftsladen Bonn (www.wilabonn.de), einem der Kooperationspartner des Projekts, angefordert werden. Vor dem Hintergrund, dass noch zahlreiche andere Ressourcen zum Thema Berufsausbildung im Bereich der Erneuerbaren Energien auf der Website zur Verfügung stehen, wird schnell deutlich dass das Spiel als „anchor“ dient, um Mädchen und junge Frauen auf weiterführende Informationen zu und Wissen über Ausbildungsberufe im Bereich der Erneuerbaren Energien zu leiten.

 

Das Spiel:

Getestet wurde das Spiel auf einem PC. Die App wurde stichprobenartig auf einem Android-Tablett angespielt. Für die Nutzung auf dem PC war es nötig, über die Startseite der Serena-Website die PC/Mac-Version per E-Mail anzufordern. Der Link wird rasch und automatisiert innerhalb weniger Sekunden geschickt und führt auf eine Website mit verschiedenen Links, unter denen Mac- oder PC-Nutzer_innen das Spiel als komprimierte zip-Datei herunterladen können. Informationen zu Download, Installation und benötigen Systemvoraussetzungen finden sich unter http://serena.thegoodevil.com/unterricht/spielanleitung/.

Nach dem Entpacken des Spiels steht eine .exe-Datei zur Verfügung, über die das Spiel gestartet wird. Zunächst wird man in englischer Sprache aufgefordert, einige Einstellungen zur Bildschirmauflösung („Graphics“) und der Tastaturbelegung für die Steuerung („Input“) vorzunehmen bzw. zu bestätigen. Für computerspielunerfahrene Nutzer_innen ist dies sicherlich überfordernd, zumal –  wie sich nach dem Start des Spiels herausstellt – beide Reiter getrost ignoriert werden können; die Spieler_innen müssen sich damit also nicht aufhalten. Mit einem Klick auf „Play!“ startet das Spiel. Alternativ hätte man an dieser Stelle auch die Möglichkeit, das Spiel vor Beginn durch Druck auf den Button „Quit“ zu beenden. Auf dem Startbildschirm, der sich nach kurzer Ladezeit öffnet, können Spieler_innen,

  • mit Klick auf „Game On“ auf die Website von Serena Supergreen direkt in die Rubrik „Game on“ gelangen (beinhaltet zahlreiche weiterführende Links zur Berufswahl im Feld Erneuerbare Energien“) (diesen Menüpunkt gibt es in der Android-App-Version nicht)
  • das Spiel starten,
  • ein Kapitel für den Direkteinstieg wählen (dieser Menüpunkt heißt in der Android-App „Didaktik“)
  • sich über die Spielemacher informieren,
  • die Datenschutzrichtlinien lesen (diesen Menüpunkt gibt es in der Android-App nicht) oder
  • das Spiel schließen (diesen Menüpunkt gibt es in der Android-App nicht).

Unter „Spiel starten“ stehen vier „Slots“, also vier Speicherplätze für Spielstände, zur Auswahl. Die vier Slots können z.B. vier unterschiedlichen Nutzern zugeordnet werden, die unter jeweils einem Slot ihr Spiel abspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt über diesen Button wieder öffnen können. Eine Erläuterung dazu wäre für unerfahrene Spieler_innen wünschenswert. Zur Orientierung sind die dann belegten Slots mit dem jeweils zuletzt gespielten Kapitel sowie der bisherigen Spieldauer beschriftet, ebenso ist ein kleines Bild aus der zuletzt gespielten Szenen zu sehen. Die Möglichkeit, auf dem PC über die „Kapitelauswahl“ direkt in das Spiel einzusteigen, ist beim Test nicht gelungen. Grund ist, dass zum Direkteinstieg der Titel des jeweiligen Kapitels manuell einzugeben ist, sich jedoch nirgends eine Anleitung mit Angaben zu den Kapiteln und ihren Titeln findet. In der App-Version gestaltet sich der Direkteinstieg in einzelne Kapitel einfacher. Hier steht unter dem Menüpunkt „Didaktik“ die Kapitelauswahl zu Verfügung. Das Spiel kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt über das Menü-Symbol (Zahnrad) beendet werden. Auch wenn das Spiel zur Erleichterung für die Spieler_innen automatisch zwischengespeichert wird, ist es dennoch empfehlenswert, das Spiel vor dem Beenden nochmals manuell zu speichern.

Alle Spielschritte innerhalb des Spiels müssen von der Spieler_in getätigt werden, weder Aktionen / Interaktionen noch Monologe / Dialoge werden automatisch initiiert. Welche Aufgabe aktuell zu erledigen ist, können Spieler_innen mittels Klick auf das Handy-Symbol herausfinden. Ziel ist es, selbständig zu arbeiten und sich mittels ausgehängter Anleitungen über Funktionsweise von Geräten oder Ersatzteilen zu informieren. Rat von den "Vorgesetzten" gibt es nur selten. Teils müssen sich die Spieler_innen für die Erledigung der Aufgaben einige Informationen merken. In diesen Fällen wäre nützlich, sich Notizen zu machen.

Das Spiel beginnt mit einer Einführung. Diese kurze Lektion dient dazu, ein Verständnis für die Spielsteuerung zu entwickeln und zu lernen, wie Serena im Spiel mit Gegenständen und Figuren interagieren kann. Aufgaben, die zu erledigen sind bzw. kleinere Anleitungen (z.B. „Tippe auf den Boden oder einen Gegenstand, um dich dahin zu bewegen“) werden in Textform eingeblendet. Am Ende dieser Episode muss sich die Spieler_in für das Aussehen ihres Avatars entscheiden. Zur Auswahl stehen vier verschiedene Typen, über Haut- und Haarfarbe sind unterschiedliche Ethnien angedeutet. Mit der Auswahl eines Avatars startet die eigentliche Geschichte.

Der Kontext Website:

Das Spiel ist in eine Vielzahl an Informationen eingebettet, die jungen Menschen, insbesondere jungen Frauen, die Motivation geben soll, sich für einen technischen Beruf, konkret einen Beruf im Feld der Erneuerbaren Energien, zu entscheiden. Entsprechend ist das Spiel zwar eine für das Projekt zentrale, aber dennoch nur eine unter vielen auf der Website verfügbaren Ressourcen zum Thema. Die Website ist mittels folgender Bereiche strukturiert:

Die Startseite trägt den Menütitel „Play“. Darauf enthalten ist ein kurzer Werbetext zum Spiel, ein knapp zweiminütiger Trailer, der jungen Menschen das Spiel schmackhaft machen möchte sowie einen Link, unter dem man die PC- bzw. Mac-Version des Spiels als Download-Link anfordern kann.

Unter dem Menüpunkt „Game on“ finden sich keine spielrelevanten Inhalte, wie der Titel nahelegt, sondern weiterführende Links zu Informationen, die für die Berufsfindung von jungen Frauen relevant sind. So können Websitenutzer_innen

  • sich über Berufe in erneuerbaren Energien informieren (dazu finden sich kurze Texte junger Frauen, die in wenigen Sätzen von ihrer Arbeit erzählen),
  • ein Quiz zur Berufswahl machen (externer Link zur Website „Energiewende schaffen“, ein Angebot von WILA – Wissenschaftsladen Bonn),
  • erfahren, was junge Frauen bei der Arbeit erleben (Geschichten über „Ernergiewende Macherinnen“, erzählt in kurzen Blogbeiträgen),
  • Berufsvideos anschauen (externer Link zur Website „Ernergiewende schaffen“, ein Angebot von WILA – Wissenschaftsladen Bonn),
  • sich weitere Berufsinfos holen (sehr umfangeiche Sammlung an weiterführenden Informationen in Form von u.a. Rätseln, Portalen, Kompetenz-Checks, online-Kursen, Bewerbungstraining, gendersensibler Berufsorientierung, Literatur und anderen Medienformaten zum Thema) und
  • sich darüber informieren, wie man am Girls‘ Day technische Berufe selbst ausprobieren kann.
  • Auch wird erläutert, warum die Avatarin Serena weiblich ist und was „Serious Games“ sind.

Der Menüpunkt „Unterricht“ beinhaltet eine Reihe an Materialien zur Unterrichtsgestaltung. Darunter findet sich auch der Link, unter dem das Spiel angefordert sowie die E-Mailadresse, über die das Spiel auf USB-Stick bestellt werden kann. Mit den Unterrichtsmaterialien sind Lehrkräfte und Berufsberater_innen angesprochen, die das Spiel im Unterricht oder in der außerschulischen Berufsberatung mit Jugendlichen nutzen möchten.

Unter dem Menüpunkt „Forschung“ geben die Projekthalter_innen kurze Rahmeninformationen zur Forschung, die mittels des Spiels „Serena Supegreen“ betrieben werden soll. Ziel dieser Forschung ist es, zu untersuchen, wie sich das Spiel u.a. auf die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten auswirkt, aber auch, wie sich die Effekte bei unterschiedlichen Lernorten und Begleitung während des Spiels verhält und „welche Aufgaben im Spiel besonders herausfordernd sind“.

Zeitaufwand und Hinweise zur Durchführung:

Wer das Spiel in der PC-Version spielt und versehentlich über die Information zum Zeitaufwand im App-Store stolpert, kann gut und gerne die Geduld verlieren. Es existiert weder auf der Website noch im Spiel selbst ein Orientierungsrahmen für die Dauer der einzelnen Kapitel oder des gesamten Spiels.

Sechs Stunden für das Spiel aufzuwenden erfordert in formalisierten Lernkontexten sicherlich eine solide Planung. Sechs Stunden in der Freizeit für solch ein Spiel einzurechnen ist eher ein zu vernachlässigender Zeitaufwand.

Da es für das Spiel keine Anleitung gibt, die auf die Inhalte oder gar Lösungswege eingeht, bleibt den Spieler_innen nichts anderes übrig, als sich durch „trial and error“ den Weg durch das Spiel zu bahnen. Das ist teils frustrierend, da bestimmte Reihenfolgen eingehalten werden müssen, auch wenn die Lösung offensichtlich oder gar banal erscheint. Das Durchexerzieren und Wiederholen von Abläufen oder gar die Notwendigkeit, sich den Weg zurück zu Serenas Wohnung oder durch die MaH zu erklicken, erscheint teils als lästige Aufgabe. Besonders ärgerlich ist, wenn einfache Aufgaben lange nicht gelingen, weil nicht klar ist, welcher Gegenstand wo zu finden ist oder wie man die Gegenstände positionieren muss, um sie nutzen zu können.  Das ist irritierend und führt dazu, dass man sich als Spieler_in unnötig auf die Suche nach anderen Gegenständen macht. Dafür belohnt Serena die Spieler_innen nach erfolgreich erledigter Aufgabe mit technischen Informationen zu den verwendeten Gegenständen. Generell sind Spieler_innen gut beraten, direkt von Anfang an durch Klick auf alle möglichen Gegenstände so viele Dinge wie möglich in den Rucksack zu stecken, da während des Spiels immer wieder Gegenstände gebraucht werden, die nicht vor Ort verfügbar sind.

Auch gut zu wissen ist, dass nach Beendigung eines Dialogs durch Klick auf eine der beteiligten Personen der Dialog erneut startet. Man muss sich also nochmals durch das gesamte Gespräch klicken, bevor man das Spiel fortsetzen kann.

Weiterhin ist ab und an die Benutzerführung nicht nachvollziehbar. So ist es z.B. schwierig, in der Gondel des Windrads den an der Wand stehenden Tisch als hitzefeste Unterlage auszumachen, oder nicht nachvollziehbar, warum man das Fernglas auf das Fenster und nicht auf Serena, die es ja nutzt, ziehen muss. Solche und zahlreiche andere Beispiele verkomplizieren das Spiel unnötig. Durch fehlende Hinweise oder Möglichkeiten, zu springen, muss man als Spieler oft unnötige Klickwege zurücklegen und Minuten im mittleren zweistelligen Bereich investieren, um ans Ziel zu gelangen.

„Serena Supergreen und der abgebrochene Flügel“, ein Spiel zur Berufsorientierung im Bereich Erneuerbare Energien, ist sicherlich geeignet, um junge Frauen und Männer spielerisch an das fokussierte Thema heranzuführen und sie für Handwerk, Technologie und Wissen über Erneuerbare Energien zu begeistern. Das Spiel kann auf dem PC oder Mobiltechnologien gespielt werden und ist somit sowohl in formalisierten Settings wie Schule oder Berufsberatung als auch in informellen Kontexten wie der Freizeit einsetzbar. Damit spricht es aus Sicht der Verfügbarkeit eine große Zahl von jungen Leuten an. Ob das Spiel alleine oder in Gruppen gespielt wird, ist nicht relevant – wobei sich aufgrund der teils sperrigen Spielführung Gruppenarbeit und das gemeinsame Erarbeiten von Klickpfaden sicherlich anbietet. Mehr Informationen zum Einstieg in einzelne Kapitel sowie Hinweise zu den Lösungswegen wären aus Sicht der Pädagogen, die mit dem Spiel arbeiten und sich darin einarbeiten müssen, definitiv wünschenswert. Trotz zahlreicher Abstriche im Bereich der Spielführung ist das Spiel aus inhaltlicher Perspektive als durchaus gelungen einzuschätzen und für ein jüngeres und insbesondere weibliches Publikum gut geeignet, sich eine erste Grundorientierung in Sachen Erneuerbare Energien zu verschaffen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Sehr gut
Methodik-Didaktik:
Ausreichend
Formale Gestaltung:
Gut
Gesamtbewertung:
Gut
Ausführliche Bewertung
Das Ziel des Spiels, die Spieler_innen mittels Serena Supergreen Erneuerbare Energien in Zusammenhang mit einer Berufsorientierung nahe zu bringen, wird sicherlich erreicht werden können. Jedenfalls hat man als Spieler_in am Ende des Spiels den Eindruck, sich ein wenig Grundlagenwissen erarbeitet zu haben.Durch das Meistern verschiedener Herausforderungen im Spiel wird den Spieler_innen nicht nur Wissen zum Thema nähergebracht. Es geht auch darum, Aufgaben selbständig zu lösen, sich auf Anleitungen und Verpackungen zu informieren, Vorgesetzte und Kunden zu befragen, um der Problemlösung näher zu kommen, ein wenig Konversation zu betreiben, sich Dinge zu merken und pragmatisch zu denken und zu handeln. Auch müssen sich die Spieler_innen die Lösungswege selbst erarbeiten, da das Spiel jegliche Anleitung und auch sonstige Hilfestellungen missen lässt. Entsprechend ist die Handlungsorientierung des Spiels hoch. Auch Interaktion mit anderen Spieler_innen ist möglich, spielt man das Spiel nicht alleine, sondern mit einer Partner_in oder in kleinen Gruppen. Hier bestehen keinerlei Beschränkungen. Medienkompetenzen werden nicht vorausgesetzt, trotzdem dürften Computerspielunerfahrene in einigen Bereichen Schwierigkeiten haben (bei der PC-Version z.B. bei der Auswahl zu Auflösung und Tastaturbelegung beim Spielstart, dem Abspeichern in Slots, dem Direktzugriff auf Kapitel, der Notwendigkeit während des Spiels, viele Klicks zu tätigen, Wege mehrmals zu gehen, bestimmte Schritte einzuhalten).Das Spiel ist hochgradig am Alltag orientiert, sieht man von der Reise auf eine abgelegene Insel für den Test von Energieanlagen in der Karibik und der Reparatur von Solar- und Windkraftanlagen durch Serena ab. Mit Serena wird eine selbständige und selbstsichere junge Frau gezeichnet, die durchaus ein wenig Technikwissen mitbringt und sehr lernfähig ist. Da der Avatar frei wählbar ist, werden hier keine Klischees gezeichnet oder Ethnien bevorzugt. Damit wird Offenheit  angedeutet. Ebenso auch durch die Rollen der Charaktere: Serenas Vater kümmert sich um den Haushalt und putzt, die Chefs von Zoohandlung, Plattenladen und Repair-Café sind Frauen, Serena und ihre Freundinnen sind Technik gegenüber nicht gänzlich abgeneigt, teils auch sehr kompetent.Wichtiges, aber nicht zu überschätzendes Element im Spiel ist die Evaluierung von Serenas Arbeit, die die Auftraggeber_innen am Ende jeder Aufgabe vornehmen. Je nachdem, wie sich die ursprünglichen Angaben auf dem eingangs auszufüllenden online-Fragebogen von der tatsächlichen Erledigung der Aufgaben unterscheiden, wird die Selbsteinschätzung durch die jeweiligen Auftraggeber_innen mittels verbaler Beurteilung angepasst. War die Selbsteinschätzung mäßig, aber wurden die Aufgaben gut gelöst, gibt die Ladenbesitzer_in den Tipp, sich selbst nicht zu unterschätzen. Gibt man eingangs hohe Punktzahlen in der Selbsteinschätzung an, wird auch darauf eingegangen. Dennoch ist die Objektivität dieser Einschätzung kritisch zu betrachten: obwohl in einem zweiten Testlauf absichtlich viel falsch gemacht wurde und auch Konversationsoptionen gewählt wurden, die Unwissenheit und Desinteresse nahelegen, ist die Evaluierung der Ladenbesitzer_in in der Tendenz positiv. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Kommentare zum technischen Verständnis weniger objektiv als vielmehr ermutigend sind. Eine Evaluierung nach Abschluss des Spiels, die die Spieler_innen ausdrucken oder abspeichern können, gibt es leider nicht.Der Dialogablauf lässt den Spieler_innen in der Regel die Wahl zwischen drei Antworten. Jedoch kommt man meistens nur über einen bestimmten Weg auch an das Ziel, muss also gegebenenfalls alle Antworten durchprobieren, bis man einen Hinweis bekommt. Pädagog_innen oder Berufsberater_innen dürfte die Auswahl der Antworten jedoch einen recht guten Einblick in die Persönlichkeit und Offenheit Anderen gegenüber der Spieler_innen geben.Das Spiel ist leicht herunterzuladen und zu installieren. Hier ist ein zu vernachlässigender Zeitaufwand gefragt. Das Spiel selbst nimmt jedoch viel Zeit in Anspruch. Von den Anbietern werden 6 Stunden angegeben, ambitioniert kann man es auch in fünf Stunden durchspielen. Als Pädagog_in oder Berufsberater_in, die zusammen mit jungen Menschen dieses Spiel nutzt, empfiehlt es sich, zur eigenen Vorbereitung einen kompletten Durchlauf zu machen. Nur so kann man in Situationen, in denen die Spieler_innen nicht weiterkommen, helfen. Entsprechend müsste ein Vorbereitungsaufwand von sechs bis sieben Stunden eingeplant werden. Zieht man die weiteren auf der Website zur Verfügung gestellten Informationen und Materialien mit ein, steigert sich der Vorbereitungsaufwand schnell in den zweistelligen Bereich; denn die Materialien sind sehr umfangreich und in ihrer Menge durchaus eine Herausforderung.Die Aufmachung bzw. die Ästhetik des Spiels ist ungewohnt. Das „Abenteuer“ kommt wie eine gezeichnete Geschichte aus den 80er Jahren daher. Zwar sind Kleidung, Style, Umgebung usw. zeitgemäß und damit aktuell, doch die optische Darstellung überrascht vor dem Hintergrund aktueller (Spiele-)Ästhetik durchaus. Positiv hervorzuheben ist die Anpassbarkeit des Avatars. Spieler_innen können nicht nur zwischen drei Ethnien wählen, sondern auch Kleidung aussuchen, die den Körper mehr oder weniger bedeckt; auch ein Kopftuch findet sich bei der Ausstattung.
Herausgeber
Erscheinungsjahr
2017
Autor/in
Wissenschaftsladen Bonn, Technische Universität Dresden, Gamestudio the Good Evil
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