Soll ich einen Kredit aufnehmen?

Kreditnehmer zwischen Schulden und Überschuldung

Grafik des Unterrichtsmaterials Soll ich einen Kredit aufnehmen?

Quelle: Bergmoser + Höller

Soll ich einen Kredit aufnehmen?

Kreditnehmer zwischen Schulden und Überschuldung

Herausgeber:

Bergmoser + Höller

Materialformat:

CD/DVD

Stufe:

Sekundarstufe I

Preis:

19,50 EUR

Fachlicher Inhalt
Befriedigend
Methodik-Didaktik
Gut
Formale Gestaltung
Gut
Gesamtbewertung
Gut
  • Hintergrundmaterialien sollten noch detailliertere und tiefergehende Informationen zum Thema Überschuldung und Kreditaufnahme enthalten
  • Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der 5. bis 10. Klasse, wobei eigentlich nur höhere Klassen für das Thema Kreditvergabe und Überschuldung geeignet sind
  • kann in allen Schulformen der Sekundarstufe I thematisiert werden
  • kann in allen Bundesländern im Unterricht eingesetzt werden
  • Layout ist klar vorgegeben, da es sich um eine Abo-Reihe handelt
  • Weiterführende Informationen zu Filmen und Webseiten, Literaturhinweise liegen nur in bescheidener Form vor, so fehlen etwa Hinweise auf Youtube-Videos, Links zum Thema und auf ergänzende Literatur

Jugendliche sollen nach Bearbeitung der Broschüre "Soll ich einen Kredit aufnehmen?" in der Lage sein, eine Entscheidung zu treffen, wie sie einen Kredit aufnehmen, welche verschiedenen Kreditarten es gibt, und wie eine Überschuldung vermieden werden kann. Nach wie vor gilt nämlich, dass sich die deutsche Bevölkerung nur wenig mit Finanzfragen auskennt. Finanzielle Entscheidungen erfordern finanzielle Bildung. Sie können lebenslange Konsequenzen nach sich ziehen, da die privaten Haushalte immer wieder finanzielle Leistungen nachfragen. Die Autorin will die Vor- und Nachteile einer Kreditaufnahme einem Barkauf gegenüberstellen. Daneben soll das Geschäftsgebaren von Banken, Handelsunternehmen und privaten Kreditvermittlern verglichen werden. Ebenso geht es um das Wissen von Verschuldung. Zwar ist nicht jeder, der Schulden macht, auch gleich überschuldet. Erst dann, wenn die Einnahmen eines Schuldners nicht mehr ausreichen, um die täglichen Verbindlichkeiten zu begleichen, können private Haushalte in eine Überschuldungsspirale geraten. Mit einem so genannten Simulationsspiel wird der mögliche Weg von der Kreditaufnahme zur Verschuldung aufgezeigt. Die Simulation ist für vier bis sechs Schülerinnen und Schüler ausgelegt. Jede:r von ihnen erhält zu Beginn eine Statuskarte; auf ihr wird der jeweilige berufliche Status vermerkt: in der Ausbildung, ohne Arbeit, Teilzeitjob und Festanstellung.  Auf einem Simulationsberichtsbogen werden monatliche Einnahmen, Fixkosten, Ratenzahlungen und über Ereigniskarten verschiedene Einnahmen und Ausgaben wiedergegeben. Nach der letzten zu spielenden Phase werden die Einnahmen und Ausgaben aktualisiert und der endgültige Saldo berechnet. Die Schülerinnen und Schüler sollen zudem lernen, welche Möglichkeiten es gibt, um der Überschuldung zu entgehen. Hier bietet der Staat eine Privatinsolvenz an, bei der der Schuldner seine finanzielle Situation vollständig offenlegen muss. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie eine Privatinsolvenz abläuft, nämlich in vier Schritten von der Vorbereitung über das Insolvenzverfahren bis hin zur Wohlverhaltensperiode und zur Restschuldbefreiung.

Insgesamt bietet die Unterrichtseinheit mit dem Simulationsspiel eine interessante spielerische Alternative zur "klassischen" Einzelarbeit, ob allerdings die Zielgruppe (Sekundarstufe I) bereits dafür geeignet ist, darf bezweifelt werden. Mir erscheint diese Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe II und die berufliche und Erwachsenenbildung geeignet.

Haupt-Thema
Finanzen
Neben-Thema
Finanzen
Kredite&Finanzierung
Schulden
Verträge
Herausgeber
Bergmoser + Höller
Materialinhalt
Angabe von Literatur, Referenzen und Quellen
Anregungen für die Unterrichtsgestaltung
Arbeitsmaterialien für Lernende
Hintergrundinformationen für die Lehrperson
Hinweise auf ergänzende Medien
Spiele

Die Broschüre "Soll ich einen Kredit aufnehmen" thematisiert schwerpunktmäßig den Umgang mit Geld und Verschuldung. Es geht letztlich um die Vor- und Nachteile einer Kreditaufnahme im Vergleich zu einem Barkauf, um sich bestimmte Konsumwünsche zu erfüllen. In Deutschland werden Kredite in erster Linie dafür genutzt, um sich ein Auto zu kaufen, ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung zu erwerben oder um andere Kredite zurückzuzahlen. Darüber hinaus werden Kredite auch dafür verwendet, um Elektro- und Elektronikgeräte zu kaufen, in die Aus- und Weiterbildung zu investieren sowie Urlaube zu finanzieren. Sollte es nun dazu kommen, die Ausgaben des Alltags nicht mehr fristgerecht bezahlen zu können, werden die Banken Kredite kündigen, Gläubiger lassen das Gehalt pfänden und der Gerichtsvollzieher wird zum Dauergast. In diesem Fall spricht man von Überschuldung. 2020 gab es in Deutschland 6,85 Mio. überschuldete Personen. Die Überschuldungsquote lag bei 9,9 Prozent. Hauptverantwortlich für die Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, Krankheit, Sucht und Unfall sowie unwirtschaftliche Haushaltsführung. Gerät eine Person in eine Überschuldung, so bietet der Staat die Möglichkeit einer Privatinsolvenz. Bei ihr muss der Schuldner seine finanzielle Lage komplett offenlegen. Es ist ein Schuldenplan zu erstellen. Sämtliches verwertbare Vermögen muss verkauft und an die Gläubiger verteilt werden. Ein Schuldner muss sechs Jahre ab Insolvenzeröffnung den pfändbaren Teil seines Einkommens an einen Treuhänder abgeben. Danach ist er schuldenfrei, sofern er sich in den sechs Jahren an alle ihm auferlegten Auflagen gehalten hat.

Die Unterrichtseinheit ist in drei Teile untergliedert: Im ersten Teil sollen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage auseinandersetzen, ob und in welchen Lebenssituationen es sinnvoll ist, einen Kredit aufzunehmen. Außerdem dient dieser Abschnitt dazu, sich mit verschiedenen Kreditarten auseinanderzusetzen und das Verfahren der Kreditvergabe zu thematisieren. Der Autorin geht es im zweiten Teil ihrer Veröffentlichung darum, die Schülerinnen und Schüler über eine Simulation an die Möglichkeiten der Kreditvergabe sowie die Gefahren einer Überschuldung heranzuführen. Sie erlernen auf diese Weise Handlungskompetenz. Der dritte Teil der Unterrichtseinheit widmet sich den rechtlichen Rahmenbedingungen: Konkret sollen die Schülerinnen und Schüler analysieren und kritisch bewerten, welchen Weg es aus der Überschuldung gibt, und welche Rolle der Staat dabei übernimmt. Ergänzt wird die Broschüre am Ende durch ein Kapitel, in dem der Unterrichtsverlauf beschrieben wird. Die zu erwerbenden Kompetenzen liegen im Erwerb von Analyse- und Urteilsfähigkeit. Folgende Unterrichtsziele werden von der Autorin unter anderem genannt:

  • Erklärung, wann sich Schulden lohnen und wann nicht;
  • Darstellung der Interessen von Kreditnehmern und -gebern;
  • Beschreibung von Chancen und Risiken bei der Kreditvergabe;
  • Vergleich von Dispositions- und Ratenkredit;
  • Erläuterung des Verfahrens einer Kreditvergabe;
  • Vergleich von Zinsen und Laufzeiten von Krediten.
Erscheinungsjahr
2019
Autor/in
Petra Reiter-Mayer
Reihe
Wirtschaft betrifft uns
Preis
19,50 EUR
Materialformat
CD/DVD
Print
Tags
Finanzen
Private Insolvenz
Unterrichtsbeispiele
Unterrichtsideen
Unterrichtsmaterialien
Verschuldung
Stufe
Sekundarstufe I
Zielgruppe
5. Klasse
6. Klasse
7. Klasse
8. Klasse
9. Klasse
10. Klasse
Berufliche Bildung
Fächer
Gesellschaftswissenschaften
Wirtschaft / Arbeitslehre
Wirtschaft / Wirtschaftslehre
Betriebswirtschaft
Arbeitslehre
Verbraucherbildung