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Finanzbildung – kreativ und handlungsorientiert umgesetzt

Ein Papierschiff, das aus einem Fünfzig-Euroschein gefaltet worden ist, segelt über eine Weltkarte.

(c) klimkin/pixabay.com - CC0 Public Domain

25.05.2020

In Projekten fürs Leben lernen

Mit dem eigenen Geld verantwortungsbewusst umgehen zu können, müssen Kinder und Jugendliche zunächst lernen. Schulen können dabei auf vielfältige und kreative Weise unterstützen – das zeigt beispielhaft die Ursulinenschule in Fritzlar, Hessen.

„Tim ist 15 Jahre alt und möchte sich ein neues Handy für 599 Euro kaufen“, so beginnt der Trickfilm „Wie spare ich richtig?“ der Siebtklässler Niklas, Sebastian, Moritz, Tom und Felix der Ursulinenschule. In rund anderthalb Minuten erklären sie darin, worauf es beim Sparen ankommt und dass es sich durchaus lohnt, mehr Geld auszugeben, wenn damit eine höhere Produktqualität verbunden ist.

Alltagsnahe Grundkenntnisse 

Entstanden ist der Schülerfilm im Zuge des Projekts „Du hast dein Geld im Griff“ (GiG) der Sparda-Bank Hessen unter der Schirmherrschaft des Hessischen Kultusministeriums, an der sich die Ursulinenschule beteiligte. Damit verbunden: eine Fortbildung für die verantwortlichen Lehrkräfte. Irmgard Schmandt und ihr Kollege Michael Nickel ließen sich in die Inhalte der zugehörigen Unterrichtsreihe einweisen und vermittelten anschließend im Unterricht alltagsnahe Grundkenntnisse rund um das Thema Finanzen sowie ihre gesellschaftliche Bedeutung. Es ging unter anderem ums Taschengeld, um Abo-Fallen und Schulden, aber auch um Banken, Märkte und ihre Funktionen. Selbstständig entwickelten die Schülerinnen und Schüler schließlich Konzepte für eigene Erklärfilme zu den Lerninhalten, die sie mit der Legetricktechnik praktisch umsetzten. Mit ihrem Kurzfilm zum Thema Sparen konnten die fünf Siebtklässler sogar die Jury des mit dem Projekt verbundenen Erklärfilmwettbewerbs überzeugen: Sie belegten in der Klassenstufe 7 den ersten Platz und erhielten 1.000 Euro für die Klassenkasse.

Nicht nur ökonomisches Prinzip im Blick

Finanzbildung gestaltet die Ursulinenschule allerdings nicht nur in Kooperation mit außerschulischen Akteuren. In der 9. Jahrgangsstufe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im Modul „Ökonomisches Handeln“ vertiefend mit der „Komplexität ökonomisch geprägter Entscheidungssituationen“. Im Schuljahr 2018/2019 gründeten sie zu diesem Zweck eine fiktive Fahrrad-Firma. Neben Einkauf, Produktion und Vertrieb befassten sie sich in diesem Zusammenhang mit Produktdesign und Marketing, sowie Kostenrechnung, Preisbildung, Entlohnung, Versteuerung und Führungsstrukturen. Ziel der Ursulinenschule ist dabei unter anderem, den Jugendlichen zu vermitteln, dass „ökonomisches Handeln nicht nur nach dem reinen Kosten-Nutzen-Prinzip (ökonomisches Prinzip) erfolgen sollte“, sondern auch ethischen Normen verpflichtet ist, wie es im Curriculum heißt. 

Für ihre Bemühungen im Bereich der Finanzbildung sowie zahlreiche weitere, auch curricular verankerte Maßnahmen rund um das Thema Verbraucherbildung erhielt die Ursulinenschule in Fritzlar Anfang Februar die Auszeichnung als „Verbraucherschule Gold“

Geprüfte Unterrichtsmaterialien

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