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Kreative Testmethoden: Beste Nachwuchstester 2017 ausgezeichnet

Preisverleihung Jugend testet 2017 - (c) Stiftung Warentest / C. Lietzmann

Judith Löcke und Eva Wellmer haben Filzstifte mit Robotern getestet und erhielten dafür bei Jugend testet 2017 den ersten Preis in der Kategorie Produkttests. Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest (links) und Staats­sekretär Ulrich Kelber überreichten die Urkunden. (c) Stiftung Warentest / C. Lietzmann

05.07.2017

Wettbewerb Jugend testet

Jugendliche schauen genau hin: Ob bei Filzstiften, vegetarischen Schnitzeln oder Lernportalen für Schüler. Am diesjährigen Wettbewerb „Jugend testet“ beteiligten sich knapp 1.800 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland und reichten 477 Arbeiten aus allen Lebensbereichen ein. Jetzt stehen die Gewinner fest.

Der Test von Online-Lernportalen überzeugt die Jury im Bereich der Dienstleistungstest am meisten. Lisanna und Benedikt Düker testeten fünf Portale darauf, wie leicht sie zu bedienen sind und wie die Lerneinheiten angelegt sind. „Bei Lernportalen finden wir es am wichtigsten, dass diese zum Lernen motivieren, den Lernstoff möglichst effizient vermitteln und dass man aus Fehlern lernen kann, dass also angemessene Lösungshilfen und Lösungswege dargestellt und erläutert werden“, schreiben die beiden Schüler zu ihrer Untersuchungsmethode. Der zweite Platz in der Kategorie Dienstleistung ging an „Alexa gegen Siri“, ein Test zu Smartphone-Sprachassistenten. Die zwei dritten Plätze belegten ein Test zu Siegeln für umweltfreundliches Papier sowie eine Untersuchung von Fitness-Apps.

Produkttest mit Robotern

„Welcher Filzstift ist der beste?“, diese Frage stellten sich Judith Löcke aus Paderborn und Eva Wellmer aus Falkensee – und bauten zur Beantwortung einen „Filzstift-Testroboter“, der mittels Licht- und Farbsensoren die Deckkraft der Farben getestet und ausgerechnet hat. Dafür erhielten die zwei Schülerinnen den ersten Preis in der Kategorie Produkttest. Neben der Deckkraft bewerteten sie außerdem die Lauflängenergiebigkeit der Filzstifte, die Abwaschbarkeit von Möbelflächen, die Haltbarkeit der Kappen und wie schnell die Stifte austrocknen. Außerdem nahmen sie die Werbeversprechen unter die Lupe: Sind die Farben tatsächlich aus Textilien auswaschbar? Ihr Ergebnis: Keiner der Filzstifte konnte das Werbeversprechen einhalten.

Die Gewinner des zweiten Platzes testeten vegetarische Schnitzel und stellten fest: „Es geht auch ohne Fleisch.“ Sie bewerteten Nährwert, Geschmack und die Transparenz der Anbieter. Für ihre Probe hatte sich das Team insgesamt 30 Tester in die eigene Küchen geholt.

Kreativ und Experimentierfreudig

„An den gewählten Themen und Tests sieht man, dass die Teilnehmer sich mit Konsumverhalten kritisch auseinander setzen“, sagte Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, während der Preisverleihung. Eine neunköpfige Jury aus Experten der Stiftung Warentest, Medien und Verbraucherschutz wählte die sechs Gewinnerteams aus, die sich durch hervorragende, kreative und experimentierfreudige Testmethoden auszeichneten. „Besonders beeindruckt hat mich die hohe Qualität der Prüfungen“, so Jury-Mitglied Hubertus Primus, Vorstand der Stiftung Warentest.

Die Sieger können sich über Preise im Gesamtwert von 12.000 Euro freuen. Der nächste Wettbewerb beginnt bereits im September 2017. Teilnehmen können Jugendliche im Alter von zwölf bis 19 Jahren. Details zum Wettbewerb gibt es unter: www.jugend-testet.de.

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