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Faces of Facebook - Faces de Facebook

Das Material „Faces of Facebook – faces de facebook“ verbindet Medienkompetenz mit Fremdsprachenunterricht. Integriert in den Englisch- bzw. Französischunterricht der Klassen 3-13 sind Unterrichtsvorschläge, welche die Lernenden im bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzwerken stärken sollen.

Das 16-seitige PDF-Dokument setzt sich zusammen aus einem vierseitigen Beitrag der Autorin Prof. Dr. Inez De Florio-Hansen aus der Fachzeitschrift „PRAXIS Fremdsprachenunterricht“ sowie acht dazugehörigen Quellenmaterialien. Im Fokus der Ausarbeitungen stehen die in Kapitel 3 und 4 dargelegten Unterrichtsvorschläge. Diese beleuchten den Lerngegenstand aus zwei Perspektiven: Soziale Netzwerke im Alltagsleben und Soziale Netzwerke als (gesellschafts-)politisches Instrument.

Des Weiteren umfasst das Material eine allgemeine Einleitung (Kapitel 1), Kompetenzbeschreibungen und -erwartungen (Kapitel 2) und zwei ergänzende musikalische Unterrichtsvorschläge mit englischen bzw. französischen Liedtexten (Kapitel 5).   

Das Material „Faces of Facebook Faces de Facebook” bindet das aktuelle Thema „Soziale Netzwerke“ aus der unmittelbaren Lebenswelt der Zielgruppe in den Fremdsprachenunterricht der weiterführenden Schule ein. Neben fachlichen Lernzielen aus dem Englisch- bzw. Französischunterricht und fächerübergreifenden Lernzielen zu Informationsbeschaffung und -bearbeitung steht insbesondere der überfachliche Kompetenzerwerb zum kritischen Umgang mit Sozialen Netzwerken im privaten sowie im öffentlichen Leben im Fokus des Materials. Als reiner Beitrag in einer Fachzeitschrift würde das Material überzeugen. Die Gesamtidee einer Verbindung von Sprachenlernen und Medienkompetenz ist innovativ und gelungen, in den Ausführungen finden sich vielfältige und ansprechende Zugänge zur unterrichtlichen Auseinandersetzung und das Quellenmaterial ist sorgsam und ansprechend ausgewählt. Als Unterrichtsvorbereitung hingegen fehlen wichtige fachliche und insbesondere didaktisch-methodische Hinweise und Erläuterungen.

Indikatoren
Einzelbewertung
Balken
Fachlicher Inhalt:
Befriedigend
Methodik-Didaktik:
Befriedigend
Formale Gestaltung:
Befriedigend
Gesamtbewertung:
Befriedigend
Ausführliche Bewertung
Kinder und Jugendliche wachsen wie selbstverständlich mit Informations- und Kommunikationstechnologien auf. Soziale Netzwerke prägen sowohl ihr individuelles Privatleben als auch das gesamte sie umgebende öffentliche Umfeld. Es ist wichtig, dass ihnen als „Digital Natives“ einerseits der konstruktive und kreative Umgang mit digitalen Technologien vertraut ist und sie andererseits den medialen Risiken reflektiert begegnen können. Das vorliegende Material „Faces of Facebook – Faces de Facebook” verbindet Medienunterricht mit Fremdsprachenlernen. So wird das Medienverhalten der Zielgruppe zum Ausgangspunkt vielfältiger in der unmittelbaren Lebenswelt verankerten Spracherfahrungen und wechselseitig ermöglicht der Fremdsprachunterricht, eigenes Medienverhalten zu reflektieren und Einsicht in die Bedeutung Sozialer Netzwerke für individuelle Lebensweisen sowie für das öffentliche Leben zu gewinnen.  Ursprünglich konzipiert ist das Material als Beitrag in der Fachzeitschrift „Praxis Fremdsprachenunterricht“. Und als solcher können die Ausführungen überzeugen. Der interessierte Leser erfährt ausgewählte Sachinformationen und vielfältige Anregungen zur Unterrichtsgestaltung. Als tragfähige Grundlage zur Unterrichtsvorbereitung hingegen reichen die Erläuterungen zur didaktisch-methodischen Umsetzung nicht vollständig aus. Zu offen bleiben Fragen nach Methoden- und Sozialformwahl, Material- und Zeitaufwand, Auftragsformulierungen und Unterrichtsverlauf. Ist die Lehrkraft bereit diese Fragen selbst zu klären, bietet das Material lohnende Ideen für einen handlungsorientiert angelegten Unterricht mit hohem Lebensweltbezug. Die jugendliche Zielgruppe setzt sich mit Quellenmaterialien in den Originalsprachen Englisch bzw. Französisch in verschiedenen Medienformen (Print, Video, Audio) auseinander. An einigen Stellen entsteht der Eindruck, das Material „warne“ vor den negativen Einflüssen digitaler Technologien allgemein und Sozialer Netzwerke im Besonderen. Dann jedoch rücken auch wieder die vielen Möglichkeiten neuer Kommunikations- und Informationsmedien in den Fokus. Die überfachliche Zielsetzung liegt nicht in einer Positiv- bzw. Negativdarstellung, sondern darin, eigenes Handeln zu reflektieren und eigene Kritik- und Urteilsfähigkeit auszubilden. Dazu treten die Schülerinnen und Schüler immer wieder in diskursive Auseinandersetzungen und finden kreative Ausdrucksformen für ihre Meinung und Informationsweitergabe. Insbesondere vor dem Hintergrund eines fehlenden Fachs Medienunterricht bietet der Beitrag einen interessanten und innovativen Ansatz für die Verbindung von Sprachenlernen und Medienkompetenz. Lehrkräfte finden lohnende Unterrichtsanregungen mit ausgewählten Sachinformationen – detaillierte Ausarbeitungen zur genauen Umsetzung der Einheit und zum konkreten Unterrichtsverlauf sind jedoch nicht gegeben.