Medienethik - Werte für eine digitalisierte Welt

Cover in gelb grün

Medienethik - Werte für eine digitalisierte Welt

Herausgeber:

Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Materialformat:

Download (z.B. PDF)

Stufe:

Primarstufe
Sekundarstufe I

Preis:

kostenlos

Fachlicher Inhalt
Sehr gut
Methodik-Didaktik
Gut
Formale Gestaltung
Gut
Gesamtbewertung
Gut

Das Themenheft „Medienethik - Werte für eine digitalisierte Welt“ beschäftigt sich mit der Mediennutzung im Alltag von Jugendlichen. Ziel des Materials ist es, SchülerInnen die Chancen und Risiken der Mediennutzung aufzuzeigen und sie zu einem verantwortungsvollen Handeln im Netz zu befähigen. Das Material geht über die reine Wissensvermittlung hinaus und fördert die Ausbildung der Problemlöse- und Selbstreflexionkompetenz im Bereich der Medienbildung.

Positiv hervorzuheben ist:

  • Umfassendes Materialpaket mit Hintergrundinformationen für Lehrende, Links zur Vertiefung und Weiterarbeit, Beschreibung des Unterrichtsverlaufs, Arbeitsblätter für SchülerInnen, Zusatzmaterial und Lösungen
  • Modularer Aufbau ermöglicht individuelle Anpassung auf Lerngruppe, z.B. durch Auslassen einzelner Sequenzen oder Ergänzen von Arbeitsaufträgen
  • Methoden- und Materialvielfalt: ausgewogenes Verhältnis zwischen analogen und digitalen Formaten sowie Online-Tools (z.B. learningapps, zumPad, Glogster)

Entwicklungspotential besteht im Bereich:

  • Lernziele zu den einzelnen Unterrichtseinheiten sollten ergänzt werden. 
  • Hyperlinks müssen überprüft und teilweise erneuert werden. Einige Materialien/Videos sind auch über die Suchmaschine nicht mehr zu finden.
  • Erläuterungen für LehrerInnen zum Einsatz und Umgang mit den Online-Tools sollten ergänzt werden

Das Materialpaket „Medienethik - Werte für eine digitalisierte Welt“ ist das vierte von vier Themenheften des Projektes #RespektBW des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg. Der Leitartikel zu Beginn des Materialpakets liefert detaillierte Begründungen für die Medienbildung von Kindern und Jugendlichen und stellt die Notwendigkeit der Vermittlung von digitalen Kompetenzen dar, mit dem Ziel, Lernende zu befähigen eine reflektierte Haltung im Umgang mit Medien einzunehmen. Die Sketchnote im Anschluss an den Artikel fasst die Kernaussagen übersichtlich zusammen und kann auch als Handout oder Poster für die weiterführende Schule verwendet werden. Alle Module enthalten eine Übersicht zur Zielgruppe, Zeitumfang, Medien- und Materialbedarf, Kurzbeschreibung des Moduls, Bildungsplanbezüge sowie Medienbildungsschwerpunkte des Landes Baden-Württemberg. Der modulare Aufbau ermöglicht Flexibilität im unterrichtlichen Einsatz und kann an die Bedarfe der Lerngruppe angepasst werden.

Bewertung Grundschulmaterial:
Das Einführungsmodul„Welche Daten behalte ich für mich?“ sensibilisiert SchülerInnen für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren persönlichen Daten und sie lernen zu unterscheiden, für wen welche Informationen über ihre Person bestimmt sind. Anhand eines Beispielprofils überprüfen sie, welche Informationen sie über die Person erhalten und welche Konsequenzen die Preisgabe von privaten Informationen haben kann. Hierbei ist auf einen sensiblen Umgang zu achten, damit die potentiellen Gefahren keine Ängste bei den SchülerInnen auslösen. Darüber hinaus wird das Thema Passwortsicherheit, das für die Einhaltung der Privatsphäre im Internet unabdingbar ist, aufgegriffen. SchülerInnen können mithilfe eines Online-Tools „Check dein Passwort“ gängige Passwörter überprüfen und ausprobieren, wie ein sicheres Passwort aussehen kann. Leider funktioniert der Direktlink hier nicht. Der Passwort-Schlüsselautomat lässt sich aber über die Suchmaschine finden. Die Arbeitsaufträge sollten konkreter formuliert werden. Oft handelt es sich um Handlungsaufforderungen, eine intensive Erarbeitung erfolgt nicht. Das Grundschulmaterial eignet sich uneingeschränkt für den Einsatz in der Jahrgangsstufe 5 und 6.

Bewertung Material weiterführende Schulen:
Das Einführungsmodul „In welcher Mediengesellschaft möchten wir leben?“ präsentiert die 10 Gebote der digitalen Ethik und arbeitet die Chancen und Risiken der Mediennutzung heraus. Leitfragen stimmen Lernende auf das Thema ein. Begriffe, wie Medienethik, Cybermobbing, Hatespeech u.vm. werden hier bereits angesprochen. Eine selbstständige Erarbeitung einer Definition erfolgt erst im nächsten Modul. Die vorgeschlagene Methode, die 10 Gebote in Form eines Rollenspiels darzustellen und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten, erscheint auf den ersten Blick herausfordernd, da noch keine intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit den 10 Geboten stattgefunden hat. Es empfiehlt sich zuerst den Unterrichtsimpuls „10 Gebote der digitalen Ethik“ zu bearbeiten.  Dort werden die Begriffe Ethik und Medienethik besprochen und sich einem Verständnis angenähert. Für die Erarbeitung des Rollenspiels und Ableitung von Handlungsalternativen wird ein Verständnis der Begriffe vorausgesetzt, das es aber an dieser Stelle noch nicht geben kann. Es wird betont, dass die 10 Gebote kein Gesetz, sondern eine Leitlinie darstellen, die SchülerInnen Orientierung für verantwortliches Handeln im Netz geben soll. Dies wird in der Einleitung nicht so deutlich. Der Link zu den 10 Geboten ist nicht abrufbar.
Der Transfer/Exkurs enthält Unterrichtsimpulse für die Sekundarstufe II. Exemplarisch soll hier das 8. Gebot in den Blick genommen und das Prinzip „Social Scoring“ genauer betrachtet werden. Leider sind keine Links aktuell und es besteht kein Zugriff auf das Material.
Im Unterrichtsmodul „Grundlagen der Medienethik“ recherchieren die SchülerInnen selbstständig nach Definitionen der Begriffe Ethik, Medienethik und Moral. Einige der angegebenen Links für die Rechercheaufgabe funktionieren nicht mehr. LehrerInnen sollten vorher die Quellen überprüfen und ggf. weitere Seiten heraussuchen, auf denen sich die Lernenden altersgerecht informieren können. Darüber hinaus sollte auch nach einer methodischen Alternative gewählt werden, denn die Aufgabe ist sehr textlastig und kann schnell überfordern.
Positiv hervorzuheben ist die Aufgabe, eine Persona (fiktiver Charakter) zu entwicklen, die unterschiedliche moralische und ethische Werteinstellungen zur Onlinekommunikation vertritt. Dadurch wird die abstrakte Thematik greifbarer und realer und erleichtert den Lernenden, Widerstände und Konflikte in der digitalen Welt zu entschlüsseln und zu hinterfragen.
Ferner wird auch die Mediennutzung im Alltag der SchülerInnen reflektiert. Die Lernenden überprüfen, wann sie KonsumtenInnen und/oder ProduzentInnen von medialen Inhalten sind. Dadurch wird ein Bewusstsein geschaffen, dass sie aktiv mitgestalten und ein verantwortungsbewusster Umgang von großer Bedeutung ist.
Das letzte Unterrichtsmodul „Medienethik im (digitalen) Alltag“ beschäftigt sich mit unterschiedlichen Perspektiven der Mediennutzung. Es werden zuvor erarbeitete Inhalte, auch aus anderen Themenheften (z.B. Fake News - Themenheft 2/4) aufgegriffen und in Zusammenhang mit den Ebenen Individuum, Unternehmen und Gesellschaft gebracht. Dabei spielen Fragen zur Mediennutzung, Produktion medialer Inhalte und Verantwortungsbereiche eine zentrale Rolle.
Positiv hervorzuheben ist, dass die unterschiedlichen Ebenen betrachtet werden und die unterrichtliche Auseinandersetzung nicht nur auf individueller Ebene bleibt, sondern auch Interdependenzen verdeutlicht werden.
Um die Motivation und Lernbereitschaft der Schülerinnen aufrechtzuerhalten, empfiehlt es sich einzelne Sequenzen herauszugreifen, um inhaltliche Wiederholungen und Redundanzen zu vermeiden.
Trotz der komplexen und zugleich abstrakten Thematik „Medienethik“ schafft das Material die Lebenswelt der SchülerInnen zu berücksichtigen. Immer wiederkehrende Diskussionsanlässe ermöglichen den SchülerInnen ihre eigenen Erfahrungen zu teilen, Meinungen anderer zu hinterfragen und sich ein eigenes Urteil zu ausgewählten Fragestellungen zu bilden. Dadurch werden die Lernenden angeregt, ihr erworbenes Wissen im Alltag anzuwenden.

Haupt-Thema
Medien
Neben-Thema
Medien
Grundwissen und Recht
Soziale Netzwerke
Datenschutz
Gewalt im Netz / Risiken
Verbraucherbildung (allgemein)
Herausgeber
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Materialinhalt
Angabe von Literatur, Referenzen und Quellen
Anregungen für die Unterrichtsgestaltung
Arbeitsmaterialien für Lernende
Hintergrundinformationen für die Lehrperson
Hinweise auf ergänzende Medien
Informationen für Lernende
Weiterführende Adressen / Fachstellen
Expliziter Bezug zu Curricula

Das Themenheft „Medienethik - Werte für eine digitalisierte Welt“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg beinhaltet eine umfangreiche Materialsammlung für LehrerInnen mit Anregungen für den Unterricht in Grundschulen sowie weiterführenden Schulen. Ziel des Materials ist die Vermittlung und Förderung einer reflektierten und sozial kompetenten Mediennutzung, um SchülerInnen zu einem verantwortungsvollen Handeln im Netz zu befähigen.

Dazu beschäftigen sich die SchülerInnen mit folgenden thematischen Schwerpunkten:

Grundschule

  • Umgang und Schutz persönlicher Daten im Netz

Weiterführende Schule

  • Chancen und Risiken der Mediennutzung
  • 10 Gebote der Medienethik
  • Reflexion des Medienverhaltens auf der Ebene des Individuums, der Unternehmen und der Gesellschaft
Erscheinungsjahr
2020
Materialformat
Download (z.B. PDF)
Stufe
Primarstufe
Sekundarstufe I
Zielgruppe
4. Klasse
5. Klasse
6. Klasse
7. Klasse
8. Klasse
9. Klasse
10. Klasse
Fächer
fächerübergreifend
Deutsch
Gesellschaftswissenschaften
Politik / Sozialkunde
Ethik / Lebenskunde / Religion
Sachkunde
Vertretungsunterricht
Verbraucherbildung
Projekttage
Das Themenheft beinhaltet Materialien für Grund- und weiterführende Schulen. Das Grundschulmaterial kann auch für die Jahrgangsstufen 5 und 6 der Sek. I genutzt werden.