Unterrichtsmaterial: Die Sache mit dem fairen Stein

Fallstudie zu Kinderarbeit in Produktionsketten

Grafik des Unterrichtsmaterials Die Sache mit dem fairen Stein

Quelle: Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Unterrichtsmaterial: Die Sache mit dem fairen Stein

Fallstudie zu Kinderarbeit in Produktionsketten

Herausgeber
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg
Materialformat
PDF Datei(en)
Zielgruppe
Mittelstufe
Preis
kostenlos
Fachlicher Inhalt
Gut
Methodik-Didaktik
Sehr gut
Formale Gestaltung
Gut
Gesamtbewertung
Sehr gut

Positiv herzvorzuheben ist:

+ Klare Einordnung in Curricula und Zielgruppen

+ Aufarbeitung eines realen Problems: Lernende bilden in der Fallstudie den gesetzliche Lösungen erarbeitenden Landtagsausschuss

+ Umgang mit Gesetzestexten und Sensibilisierung für Lösungen

+ Umfangreiches Begleitmaterial für die Lehrpersonen

+ Marktversagen aufgrund von Informationsasymmetrie wird in diesem Fallbeispiel zielgerichtet bearbeitet

Problematisch ist:

- Grabsteinkauf und diesbezügliche verbraucherpolitische Entscheidungen entstammen nicht der Lebenswelt der Lernenden und sprechen sie möglicherweise nicht per se an.

Neutraler Hinweis:

Sinnvoll sind grundlegende Vorkenntnisse über das politische System in Baden-Württemberg, wobei Gesetzesmaterien naturgemäß abstrakt sind und nur einen Teil der Lernenden ansprechen könnten (Änderung des § 15 Absatz 3 des baden-württembergischen Bestattungsgesetzes)

In dieser Fallstudie "faire Grabsteine" für die Klassenstufe 10 geht es im Kern um Fragen des Marktversagens aufgrund von Informationsasymmetrie. So ist die Produkteigenschaft "ohne ausbeuterische Kinderarbeit" für Verbraucher:innen am exemplarisch für dieses Beispiel verwendeten Produkt Grabstein nicht erkennbar, weswegen durch politische Entscheidungen eine selbstbestimmte Kaufentscheidung gewährleistet werden soll. Die Lernenden schlüpfen in dieser Fallstudie in den Landtagsausschuss, der gesetzliche Lösungen erarbeiten soll. Diese Fallstudie basiert auf dem realen Hintergrund des - zumindest bis 2018 nicht gelösten - Diskurses um die Änderung des § 15 Absatz 3 des baden-württembergischen Bestattungsgesetzes. Damit soll den Kommunen die Option eröffnet werden, nur mehr Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit auf ihren Friedhöfen aufstellen zu lassen. Eine Lösung des Problems könnte sein, gesetzliche Regelungen zur Kennzeichnung (Gütesiegel) und dementsprechende Kontrolle von Produkten umzusetzen.

Das Material für die Lernenden ist didaktisch angemessen, inhaltlich korrekt und gestalterisch ansprechend ausgeführt und baut mithilfe klar definierter Lernschritte die Fallstudie systematisch auf:

Mit einem Beispielbild eines Pflastersteins werden die Lernenden sensibilisiert, welche Produkteigenschaften erkennbar bzw. nicht erkennbar sind. Grundlegende Konfrontation mit dem Thema „fairer Grabstein“ erfolgt in der ersten Erarbeitungsphase I. In einer anschließenden Kleingruppenarbeit bilden die Lernenden den Ausschuss für Soziales des Landtags und befassen sich nun mit dem Fall: Sie setzen sich mit dem Gesetzesentwurf zum Bestattungsgesetz und mit den Stellungnahmen unterschiedlicher Institutionen auseinander und beantworten Erschließungsfragen, deren Ergebnis im Ausschuss präsentiert werden. In der anschließenden Explorationsphase werden mögliche Lösungen für die Problematik gestaltet und diskutiert, woraufhin der Ausschuss einen begründeten Beschluss fassen muss. Dieser wird nun im Plenum des Landtags (Klasse) vorgestellt und verteidigt. Wertvoll ist zudem der Vergleich mit möglichen anderen Themenbereichen wie Tierwohl und der Transfer auf weitere verbraucher:innenpolitische Fragestellungen.

Fazit: Dieses kostenlos verfügbare Fallbeispiel ermöglicht die Bearbeitung eines realen, bislang in dieser Weise noch nicht thematisierten Problems mit allen Facetten, Widersprüchen und Handlungsoptionen. Den Lehrenden steht ein inhaltlich und didaktisch umfangreiches und sauber ausgearbeitetes Begleitmaterial zur Verfügung. Die Beschäftigung mit einem Thema, das nicht unmittelbar der Lebenswelt der Lernenden zugerechnet werden kann (Grabstein im Kontext zu einer Gesetzesmaterie), kann eine Herausforderung sein.

Haupt-Thema
Nachhaltigkeit
Neben-Themen
Qualität / Kennzeichnungen
Globale Produktion / Lieferketten
Nachhaltigkeit
Fairer Handel
Globalisierung
Herausgeber
Verbraucherzentrale Baden-Württemberg

Das Material besteht aus drei Teilen:

Herzstück dieser 5-6-stündigen Fallstudie ist das 36-seitige Material inkl. Aufgabenblättern und einer Handreichung für Lehrpersonen. Die Hintergrundmaterialien umfassen ein 48-seitiges Konvolut aus originalen Stellungnahme zum Thema "Faire Grabsteine" und eine 5-seitige Stellungnahme der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. 

Zentrale Fragestellung dieser für das Gymnasium (Klassenstufe 10) aufbereiteten Fallstudie ist folgende: Wie kann am Beispiel der Produkteigenschaft "ohne ausbeuterische Kinderarbeit", die für Verbraucher:innen am Produkt nicht erkennbar sind, durch politische Entscheidungen und Rahmenbedingungen eine selbstbestimmte Kaufentscheidung gewährleistet werden? Zudem werden wesentliche Fragestellungen der Verbraucherbildung durch die Auseinandersetzung mit Gütezeichen in den Unterricht eingebracht.

Diese Fallstudie basiert auf dem realen Hintergrund des Diskurses um die Änderung des § 15 Absatz 3 des baden-württembergischen Bestattungsgesetzes. Damit soll den Kommunen die Option eröffnet werden, nur mehr Grabsteine ohne ausbeuterische Kinderarbeit auf ihren Friedhöfen aufstellen zu lassen. Vor diesem Hintergrund ist Vorwissen über das politische System in Baden-Württemberg sinnvoll. 

Erscheinungsjahr
2020
Materialformat
PDF Datei(en)
Zielgruppe
Mittelstufe
Fachbezug
Gesellschaftswissenschaften
Naturwissenschaften
Wirtschaft / Arbeitslehre
Verbraucherbildung
Gymnasium