Datum: 28.06.2022

„Jugend testet“: Gewinner:innen ausgezeichnet

Sie kommen aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern: die besten Nachwuchstester:innen 2022. Für den Wettbewerb „Jugend testet“ haben sie Produkte oder Dienstleistungen ganz im Sinne der Verbraucherbildung kritisch auf ihre Qualität hin geprüft und miteinander verglichen. Die ausgezeichneten Produkttests und kreativen Testmethoden eignen sich als Anregung, wie sich eine solche Prüfung auch im Unterricht umsetzen lässt. 

Stiftung Warentest 

In der Kategorie „Dienstleistungstests“ überzeugten in dieser Wettbewerbsrunde vor allem Prüfungen digitaler Angebote. Den ersten Platz belegt Noah vom St. Jakobus-Gymnasium in Abtsgmünd, Baden-Württemberg. Er testete zehn Passwortmanager unterschiedlicher Preisklassen, mit denen Verbraucher:innen ihre Passwörter speichern und verwalten können. Aus Noahs Sicht eine komfortable Lösung für mehr digitale Sicherheit, denn „immer noch verwenden viele Menschen einfache Passwörter, die leicht zu knacken sind“, schreibt er in der Begründung seiner Idee auf der Webseite von „Jugend testet“. Neben Struktur und Übersichtlichkeit der Homepage untersuchte er die Programme auf Datenschutz, Portabilität, Funktionsumfang und Sicherheit. Am Ende konnte Noah zwar fast alle getesteten Angebote mit gut oder befriedigend bewerten, doch machte er bei vielen eine große Schwachstelle aus: Ihn habe schockiert, „dass nur vier der zehn geprüften Programme die Nutzer dazu verpflichten, ein sicheres Masterpasswort zu verwenden“.

Im Fokus: Angebote aus dem Alltag

Der zweite Platz in der Kategorie „Dienstleistungstests“ ging ebenfalls an einen Schüler aus Baden-Württemberg: Johannes von der Freien Schule Anne-Sophie in Künzelsau wollte wissen, welche App sich am besten eignet, um für die theoretische Führerscheinprüfung zu lernen, und untersuchte sechs kostenpflichtige und sechs kostenlose Führerschein-Apps. Sein Fazit: Die perfekte App existiere noch nicht, beruhigend sei aber, dass alle zwölf von ihm untersuchten Anwendungen den offiziellen Fragenkatalog von TÜV/DEKRA benutzten. 

Der Wettbewerb „Jugend testet“

Beim Schulwettbewerb „Jugend testet“ der Stiftung Warentest prüfen Schüler:innen zwischen zwölf und 19 Jahren die Qualität von Dienstleistungen oder Waren. Sie können sich einzeln, als Team oder mit der gesamten Klasse beteiligen. Dabei entscheiden die Jugendlichen selbstständig, was sie testen und wie sie vorgehen wollen. Neben dem Geldpreis für die besten Produkt- und Dienstleistungstests wartet auf die Gewinner:innen eine Reise nach Berlin zur Preisverleihung; die Stiftung Warentest vergibt außerdem Sach- und Sonderpreise für weitere herausragende Beiträge.

Den dritten Preis erhielten vier Schülerinnen des Josef-Hofmiller-Gymnasiums im bayerischen Freising für ihren Test von seriösen Nachrichtenkanälen auf Instagram. Da sich junge Menschen ihrer Beobachtung nach vor allem über soziale Medien informierten, untersuchten sie die Instagram-Kanäle von ARD Tagesschau, ZDF heute, FAZ, Süddeutsche und Welt. Dabei analysierten sie unter anderem die Vielfalt der Beiträge sowie Verständlichkeit und Häufigkeit der Posts. Ihr Ergebnis: „Insgesamt erreichten unsere geprüften Nachrichten-Kanäle Noten von 2,0 bis 3,7. Dies zeigt uns, dass es definitiv noch Verbesserungspotenzial gibt.“  

Breites Spektrum an Testobjekten 

In der Kategorie „Produkttests“ belegen Schüler der Internatsschule Schloss Hansenberg in Geisenheim, Hessen, sowohl den ersten als auch den zweiten Platz. Jan und Jakob testeten Tischtennisbälle mit verschiedenen Messgeräten unter anderem auf Flugverhalten, Rotation sowie Geschwindigkeit und gewannen damit den ersten Preis. Jannis und Max wollten wissen, auf welches Pflaster man sich im Falle einer Verletzung verlassen kann. Sie überzeugten die Jury mit ihren experimentellen Tests zu Klebe- und Ablöseverhalten, Wasserfestigkeit, Luftdurchlässigkeit und Saugfähigkeit von neun Pflaster-Marken. Der dritte Platz in der Kategorie „Produkttests“ ging an vier Schüler:innen der Staatlichen Realschule Schöllnach, Bayern, die neun Marken von Luftballons auf ihre Qualität überprüften. Dabei maßen sie etwa mithilfe eines Druckmessgeräts, wie schwer es ist, die Ballons aufzublasen.

In beiden Kategorien ist der erste Preis mit jeweils 2.500 Euro dotiert, der zweite Preis mit 2.000 Euro und der dritte mit 1.500 Euro. Insgesamt beteiligten sich an der Wettbewerbsrunde 2022 laut Stiftung Warentest über 3.100 Schüler:innen im Alter von zwölf bis 19 Jahren. „Mit 826 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen ist die aktuelle Runde ein Rekordjahr in der 43-jährigen Geschichte des Wettbewerbs“, heißt es in der Pressemitteilung. Die nächste Runde „Jugend testet“ startet im September 2022. 

Weitere Informationen

Materialien zum Artikel

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Verbraucherbildung (allgemein)

Jugend testet

In sechs Kapiteln findet man Informatione zur Durchführung von Schülerwarentest nebst Praxistipps und Arbeitsblätter und HInweise auf weitere kostenfreie Materialien von der Stiftung Warentest.
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