Datum: 08.12.2021

Material der Woche: Was ist Korruption?

Der Siemens-Skandal von 2006 liegt zwar über ein Jahrzehnt zurück, doch er ist ein Paradebeispiel, wie sich ein großes Unternehmen durch Korruption Marktvorteile verschafft hat. Gerade deshalb dient er in der Unterrichtseinheit „Was ist Korruption“ als Einstieg in das Thema. Durch die Arbeit an realen Fällen aus der Vergangenheit sollen sich Schüler:innen der Sekundarstufe II eine Antwort auf die Frage erarbeiten: Was ist noch Lobbyismus und wann handelt es sich um Korruption?

man sieht einen Umschlag mit Geldscheinen

Andrey Popov

Der Grenzverlauf zwischen Lobbyismus und Korruption spielt in der Unterrichtsreihe von Transparency International Deutschland e. V. eine bedeutende Rolle. In Ermangelung einer allgemein verbindlichen Definition des Begriffs „Korruption“ setzt der Herausgeber des Materials auf Praxisbeispiele, um Schüler:innen mit dem Phänomen bekannt zu machen. Gleichzeitig sollen sie sich auf Basis dieser Fälle und im Rahmen von Diskussionen eine eigene Meinung erarbeiten.   

Das Material gliedert sich in drei Bestandteile, die inhaltlich aufeinander aufbauen:

  • Im ersten Teil lernen Schüler:innen anhand des Siemens-Falls die unterschiedlichen Begriffsbestimmungen zum Phänomen Korruption kennen – von der Vorteilsannahme bis zur Bestechlichkeit – sowie die mit Korruption verbundenen gesellschaftlichen Auswirkungen. 
  • Der zweite Teil fokussiert den Bereich Lobbyismus, der Methode der Interessenvertretung. Anhand eines Beispiels aus der Glücksspielindustrie sollen Schüler:innen erkennen, inwiefern diese Einflussnahme demokratische Prozesse wie die Gesetzgebung gefährden kann. 
  • Der dritte Teil widmet sich der Möglichkeit, sich als Interessengruppe durch Lobbying Einfluss zu verschaffen. Im Zusammenhang mit der Reform des europäischen Urheberrechts präsentiert das Material Pro- und Contra-Argumente. 
Vorteile des Materials
  • Das dreiteilige Material führt die Schüler:innen nicht nur Schritt für Schritt in das Thema Korruption ein, sondern leitet sie auch an, das neu Gelernte anzuwenden.
  • Die Praxisbeispiele sind verständlich erläutert und bieten den Schüler:innen einen gelungenen Einstieg in die Thematik. 
  • Es kommen unterschiedliche Akteure zu Wort, um den Lernenden eine eigene Einordnung der Dinge zu ermöglichen.
  • Die einzelnen Unterrichtseinheiten sind übersichtlich gegliedert, benennen jeweils das Unterrichtsziel und geben einen Überblick über den Unterrichtsablauf.

Das Material richtet sich an Schüler:innen von der 11. bis zur 13. Klasse. In Partner- und Gruppenarbeit sollen sie Argumente übernehmen und – falls möglich – auch im Klassenverbund diverse Standpunkte und Sichtweisen diskutieren. Die Unterrichtseinheit zielt mit diesem Vorgehen besonders darauf ab, die Analyse-, Urteils- und Entscheidungskompetenzen der Schüler:innen zu stärken. Das Material eignet sich für den Einsatz in gesellschaftswissenschaftlichen Fächern wie Politik und Sozialkunde. 

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