Schüler:innen und ein Lehrer legen einen Erfolg feiernd die Hände aufeinander.

Quelle: www.peopleimages.com

Werbefreie Kooperation in der Schule: Checkliste und Tipps

Wie die Zusammenarbeit mit außerschulischen Akteuren ohne Einflussnahme gelingen kann

Schüler:innen und ein Lehrer legen einen Erfolg feiernd die Hände aufeinander.

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Kooperationen mit außerschulischen Akteuren unterstützen im Schulalltag und bringen praxisnahe Expertise ein. Aber: Manche Angebote können interessengeleitet, einseitig oder sogar fehlerhaft sein. Um Lobbyismus im Klassenraum zu vermeiden, sollten Kooperationen achtsam gestaltet und kritisch begleitet werden. 

Wir geben Ihnen Tipps, wie Verbraucherbildung ohne Einflussnahme gelingen kann.

Werbung im Unterricht thematisieren

Machen Sie das Thema „Einflussnahme von Unternehmen durch Werbung“ selbst zum Lerngegenstand:
  • Nutzen Sie vorhandene Materialien, Wettbewerbe oder Lernangebote – und nehmen Sie die Werbeinhalte kritisch unter die Lupe.
  • Lassen Sie Ihre Schüler:innen eigene Beispiele recherchieren: Wo begegnet ihnen Werbung im schulischen Umfeld? Welche Formen von Lobbyismus gibt es?

Verbraucherschulen zeigen mit guten Beispielen, wie das aussehen kann:

Angebote kritisch prüfen

Prüfen Sie Materialien und Kooperationen kritisch, bevor Sie sie einsetzen:
  • Welche Interessen verfolgt der Anbieter und spiegeln sich diese im Angebot wider? Passt das Angebot wirklich zum Bildungsauftrag der Schule?
  • Entstehen Abhängigkeiten, zum Beispiel durch Sponsoring oder die Weitergabe von Daten?
  • Setzen Sie Expert:innen, Sponsoring und Wettbewerbe bewusst ein.
  • Holen Sie externe Partner ins Boot, aber bleiben Sie kritisch.
  • Achten Sie auf Multiperspektivität – ganz im Sinne des Beutelsbacher Konsens.
  • Fragen Sie offen nach: Warum möchte der Akteur in der Schule aktiv sein? Thematisieren Sie diese Motivation auch mit den Schüler:innen.

Transparenz schaffen

Sensibilisieren Sie die Schulgemeinschaft:
  • Reden Sie über das Thema – nicht nur im Unterricht, sondern auch im Kollegium, mit Eltern und Schüler:innen.
  • Je offener die Diskussion, desto klarer wird: Schule ist ein Raum, in dem junge Menschen – vor Lobbyismus und Einflussnahme geschützt – Kompetenzen erweitern und die eigene Haltung entwickeln können.

Mit Werbung als Thema schaffen Sie einen guten Einstieg, um die gesamte Schulgemeinschaft anzusprechen und sie für die Verbraucherbildung zu sensibiliseren. Weitere Schritte und konkrete Tipps für die Schulentwicklung von Unterrichtsgestaltung bis Schülerpartizipation haben wir in einer Handreichung für Sie zusammengestellt.

 

Kurz gesagt: Wirtschaftliche Einflussnahme hat im schulischen Kontext keinen Platz. Kooperationen, die die Schulgemeinschaft stärken, aber schon. Mit einem wachen Blick und offener Kommunikation bleibt Verbraucherbildung unabhängig – und Schüler:innen lernen, Werbung und Einflussnahme selbstbewusst zu hinterfragen.