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Corona-Falschmeldungen: So können Lehrkräfte aufklären und Angst vermeiden

© sweetlouise - pixabay - CC0 Public Domain

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04.05.2020

Fake News zum Corona-Virus

In Zeiten großer Verunsicherung verbreiten sich Falschmeldungen noch schneller und einfacher – sie reichen von Verschwörungstheorien bis hin zu falschen Empfehlungen für Medikamente. Vor allem Kindern und Jugendlichen müssen nun Werkzeuge an die Hand gegeben werden, mit denen sie diese Fake News selbst erkennen und hinterfragen können.

Es sind teils absurde Geschichten, die vor allem über Dienste wie Whatsapp und in den sozialen Medien millionenfach geteilt werden: Das Coronavirus sei in einem Labor gezüchtet worden, der Ausbau des Mobilfunkstandard 5G verursache die Krankheit oder die Krise sei von Politikern geplant worden. Es gibt hunderte solcher Meldungen, die derzeit kursieren und auch auf die Smartphones von Schülerinnen und Schülern gelangen.

Um solche Fake News zu entlarven hilft häufig schon ein Blick auf Webseiten, die sich auf das Überprüfen von Fakten spezialisiert haben. So bietet das Netzwerk Correctiv „Coronavirus-Faktenchecks“ an und prüft aktuell kursierende Meldungen zum Thema Covid-19. Andere Webseiten, die Lehrkräfte ihren Schülerinnen und Schülern empfehlen oder gemeinsam nutzen können, sind außerdem die „10+1 Corona-Fakenews“ von MDR Wissen, der „Fake-Ticker“ vom Bayerischen Rundfunk oder die Themenseiten des Online-Jugendmagazins der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, die über aktuelle Fake News aufklärt und eine Linkliste mit verlässlichen Informationen anbietet. Weitere Informationen, wie Jugendliche (und Lehrkräfte) verlässliche Informationen zum Coronavirus finden und woran man Falschmeldungen erkennen kann, erklärt außerdem die Seite Infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Außerdem wertvoll für den Heimunterricht: Das YouTube-Video „Corona: die krassesten Thesen und Lügen“, in dem zwei Reporterinnen von „Strg F5“ ausführlich und anschaulich erklären, warum die Corona-Pandemie die Verbreitung von Verschwörungstheorien begünstigt, warum wir so empfänglich für Gerüchte sind und wie wir uns gegen sie wehren können.

Meldungen und Fakten selbst prüfen

Sinnvoll ist es darüber hinaus, den Schülerinnen und Schülern das Wissen zu vermitteln, damit sie mögliche Fake News selbst hinterfragen können. Expertinnen und Experten empfehlen für eine solche Prüfung von Nachrichten im Netz drei grundlegende Schritte:

  1. Zunächst sollte man die Faktenlage checken, indem man schaut, was über den Sachverhalt auf anderen Internetseiten berichtet wurde und zum Vergleich auch Berichte seriöser Medien verwenden.
  2. Dann sollte man schauen, ob Quellen genannt werden und diese überprüfen.
  3. In einem weiteren Schritt können außerdem die Bilder überprüft werden, zum Beispiel ob sie schon in anderen Kontexten verwendet wurden. Dazu kann man beispielsweise eine Rückwärts-Bildersuche bei Google nutzen.

Ein Tutorial, wie Fake News im Netz erkannt werden können, bietet auch dieses Video der Medienkompetenzseite „So geht Medien“ von ARD, ZDF und Deutschlandradio, das federführend vom Bayerischen Rundfunk erstellt und umgesetzt wird.

Etwas anders liegt die Sache, wenn Jugendliche etwas über soziale Medien zugeschickt bekommen. Dann sind dies die Schritte, die beispielsweise die Bundeszentrale für politische Bildung zur Prüfung empfiehlt: 

  1. Das Profil des Absenders genau ansehen, bevor man selbst etwas teilt.
  2. Checken, wie lange es den Account des Absenders schon gibt.
  3. Nachsehen, wie viele Freunde oder Follower der Account hat, denn wenige Follower und sehr neue Profile sollten Anlass zur Skepsis geben.
  4. Auch die bisher von dem Account veröffentlichten Beiträge sollten geprüft werden.

Eine Checkliste, wie man insgesamt mit gesundheitlichem Rat aus dem Internet umgehen sollte und welche Schritte geeignet sind, Informationen auf ihre Verlässlichkeit zu prüfen, bietet außerdem diese Seite der Verbraucherzentrale.

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