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Jugendliche wünschen mehr Nachhaltigkeit und Finanzbildung in der Schule

Ein Taschenrechner liegt auf einem mit Zahlen beschrifteten Blatt Papier

(c) stevepb - pixabay - CC0 Public Domain

18.11.2020

Befragung zeigt Wunsch nach Nachhaltigkeit und Finanzbildung

Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben für Jugendliche derzeit eine besonders hohe Relevanz, wie eine aktuelle Befragung zeigt: Zwei Drittel der Befragten fürchten eine Verschlechterung der Klimaprobleme, ein Großteil achtet beim Konsumverhalten stärker auf Umweltfreundlichkeit. Beim Thema Finanzen wünschen sich Heranwachsende mehr Unterstützung. All das sind Themen, die bereits im Klassenzimmer aufgegriffen werden können. 

Die Green Economy, die Ökonomie der Nachhaltigkeit, wird für Jugendliche immer wichtiger. Das zeigt eine Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der „WirtschaftsWerkstatt“ (W2), einer Bildungsinitiative der Auskunftei Schufa, durchgeführt hat. Im April 2020 hat die WirtschaftsWerkstatt gemeinsam mit Forsa in einer repräsentativen Stichprobe mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren nach ihrem persönlichen Finanz- und Konsumverhalten befragt. 

Anknüpfungspunkt für Lehrkräfte

71 Prozent der Befragten haben laut Umfrage große Angst, dass die Klimaprobleme immer größer werden. 91 Prozent geben an, dass alle in ihrem Konsumverhalten stärker auf Umweltfreundlichkeit und faire Arbeitsbedingungen achten müssen. Ein Großteil zeigt sich zudem bereit, mehr Geld für nachhaltige Produkte auszugeben. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen der SINUS Jugendstudie 2020. Darin heißt es: „Der jugendliche Zeitgeist ist grün und bewahrend.“ Die Untersuchung verdeutlicht, dass Jugendliche in puncto Nachhaltigkeit viel Interesse zeigen, dem man in der Schule mit passenden Unterrichtsinhalten begegnen muss. 

Wie das praktisch funktionieren kann, zeigt die Rosenstadtschule im Schleswig-Holsteinischen Uetersen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler auf ihre persönliche Zukunft gut vorzubereiten. So stehen im Wahlpflichtunterricht „Verbraucherbildung – Tatort Leben“ die Themen gute Ernährung, klimafreundliche Lebensmittel oder Versicherungen und Verträge auf der Agenda. Im Unterricht wird beispielsweise der Herstellungsweg einer Jeans nachgezeichnet. Dabei werden ökologische und ökonomische Auswirkungen eines Produkts aufgegriffen, dass von der Herstellung bis zum Verkauf eine Weltreise macht.  

Für ihr Engagement wurde die Rosenstadtschule mit der Auszeichnung „Verbraucherschule“ in Gold prämiert. Diese Auszeichnung wird vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für vorbildliche Verbraucherbildung an Schulen vergeben. Eine Anmeldung im Netzwerk ist für Schulen jederzeit möglich. 

Herausforderung Finanzbildung

Neben der Nachhaltigkeit zeigt die W2-Befragung weitere Handlungsfelder auf, bei denen Lehrerinnen und Lehrer im Schulalltag ansetzen können. Denn neun von zehn der Befragten wünschen sich, dass Geld und Finanzen in der Schule ausführlich behandelt werden. Auch hier zeigt die Rosenstadtschule vorbildliches Engagement. Im Wahlpflichtunterricht „Meine erste Wohnung“ lernen die Schülerinnen und Schüler, worauf sie bei Mietverträgen achten müssen, wie sie ihre Finanzen organisieren und wo Schuldenfallen lauern. Man lege großen Wert auf die Vermittlung von fachlichen Inhalten und praktisch anwendbaren Kenntnissen, so Christine Bellwon, Lehrkraft für Verbraucherbildung: „Schule soll Wissen vermitteln und fit fürs Leben machen.“

Finanzielle Themen im Unterricht zu behandeln, wird immer wichtiger. Zu diesem Schluss kommen zahlreiche Studien – auch abseits der Befragung der „WirtschaftsWerkstatt“. Fast alle jungen Erwachsenen würden es beispielsweise begrüßen, wenn ein Fach „Finanzwissen“ an deutschen Schulen angeboten würde, besagt eine Jugendstudie im Auftrag der Comdirekt Bank. 43 Prozent der Gruppe sprechen sich für ein Wahlfach aus, fast die Hälfte wünscht sich Finanzen sogar als Pflichtfach in der Schule. Ähnliches besagen auch Untersuchungen von Union Investment, Allianz oder ING-DiBa. Fast alle Publikationen, die Lücken im deutschen Finanzwissen ausmachen, entstammen entweder direkt der Finanzbranche oder kommen aus ihrem Dunstkreis. Es gilt also zu hinterfragen, welche Interessen die jeweiligen Auftraggeber damit verfolgen und inweiweit das Studiendesign bereits wertened oder tendenziös gestaltet ist - z.B. durch einseitige Fragestellungen. Eine Kernaussage haben sie fast alle gemein: Beim Finanzwissen besteht in Deutschland Aufholbedarf.

Materialkompass hilft

Bei der Suche nach passenden Unterrichtsmaterialien rund ums Thema Geld werden Lehrkräfte beim Materialkompass  fündig. Alle im Materialkompass abgebildeten Materialien wurden von unabhängigen Experten auf ihre fachliche, methodisch-didaktische und gestalterische Qualität geprüft und bieten den optimalen Absprungpunkt für zielgerichtete Verbraucherbildung im Schulunterricht. Das Portal Verbraucherbildung ist zudem eine gute erste Anlaufstelle, um sich Tipps rund um die Verbraucherbildung im Klassenzimmer zu holen.

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