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„Verbraucherschulen geben sich ein klares Profil“

Foto von Klaus Müller im Gespräch

(C) vzbv - Gert Baumbach

23.09.2020

Interview mit vzbv-Vorstand Klaus Müller

Klaus Müller - Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands - spricht im Interview über Verbraucherbildung in Zeiten von Corona und die Chancen, die das Netzwerk Verbraucherschule für Lehrerinnen und Lehrer und Schulen bietet.

Schulen haben in der Corona-Pandemie viele Herausforderungen zu stemmen – und jetzt auch noch Verbraucherbildung?
Müller: Verbraucherbildung ist kein neues Thema, es gibt viele Lehrerinnen und Lehrer, die das schon seit vielen Jahren betreiben, aber längst nicht alle. Verbraucherbildung bedeutet Lernen und auch Lehren fürs Leben. Es geht darum, wie ich mich gesund und nachhaltig ernähren kann. Es geht um meine Rechte, auch um meine Pflichten in der digitalen Welt. Und alles was mit Taschengeld oder Ausbildungsvergütung zu tun hat, interessiert junge Menschen sowieso. Diese alltagsnahen Themen sind auch Corona-Zeiten wichtig und gewinnen an Aktualität. Und sie sind gut geeignet, um sie in einen digitalen Unterricht einzubinden. Verbraucherschulen, die wir begleiten, haben das gezeigt.

Für Schulen die neu ins Thema starten: Wie kommt Verbraucherbildung ins Klassenzimmer?
Müller: Schulen, die Interesse haben, in Verbraucherbildung einzusteigen, müssen das Rad gar nicht neu erfinden. Schon heute gibt es viele engagierte und kreative Lehrerinnen und Lehrer, die sich dem Netzwerk der Verbraucherschulen des Verbraucherzentrale Bundesverbands angeschlossen haben. Das unterstützt, Lehrkräfte und gibt Starthilfe. Wir zeigen, was in vielen Schulen schon umgesetzt wird, empfehlen Unterrichtsmaterialien, bieten Online-Fortbildungen an und mit den Verbraucherzentralen gibt es oft auch eine Unterstützung vor Ort. Die Anmeldung im Netzwerk der Verbraucherschulen lohnt sich auf jeden Fall.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband zeichnet zum vierten Mal Verbraucherschulen aus. Warum sollten sich Schulen bewerben?
Müller: Es ist immer gut, wenn man in seiner Schule Alltagskompetenzen vermittelt. Aber noch besser ist es natürlich, dies auch anderen zu zeigen. Die vielen tollen Ideen, Initiativen und Projekte, die es in der Verbraucherbildung in deutschen Klassenzimmern gibt, die verdienen es, gesehen und auch ausgezeichnet zu werden. In den letzten Jahren haben wir beobachtet, dass Verbraucherschulen wirklich inspirierende Beispiele gestartet haben: Es gibt digitale Kochkurse, selbstorganisierte Kleiderbörsen, oder eine Lernwerkstadt, in der man lernt, mit dem eigenen Geld auszukommen, und so schon für das Wirtschaftsleben für die nächsten Jahre trainiert. Schulen die Verbraucherbildung leben, die können sich mit dem Label Verbraucherschule ein klares Profil nach außen geben.

Die Antworten von Klaus Müller zum Nachhören:

Verbraucherbildung in Zeiten von Corona

Das Netzwerk Verbraucherschule

Als Verbraucherschule bewerben

Nicole Tuletz

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